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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Gram

Grav

Graz,

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Grav

Grammatiker. Der Sprachgebrauch hak zwar schonSprachlehrer dafür angenommen; aber eigentlich sollteman Sprachkünstler dafür sagen. Denn nicht jederSprachlehrer ist ein Grammatiker, d. i. ein solcher,der die Sprache, wie eine Kunst, nach Regeln lehrt,indem sie auch bloß durch Uebung, wie Muttersprache,gelehrt werden kann. Der verkappte Realis di Vieuna(G a b r i e l W ag n e r. S. H e r d e r'n über die Hu-manität, Lh. IV.) hat Sprachkünstler schon gebraucht.

Grandezza, Hochstnn, wenn auf die Gesinnung, undHochgeberde, wenn auf die Aeußerung derselben gese-hen wird.

Grandiosität, in der Mahlerei, die große Manier, mitEinem Worte, die Großheit. Man hat angefangen,Großhcit und Größe dahin zu unterscheiden, daß manmit jenem die Eigenschaft des Großseins, mit diesemdas Großsein, als etwas für sich bestehendes, bezeich-net :Wenn ich sage, dieser Mensch ist groß, so wardas Große schon vorher etwas, und ich will nur, daßder, welcher mich Hort, dem Menschen Größe, besserGroßheit, beilegen soll." Mack ense n.

Grauiren, komm oder körnicht machen.

Granit. Da dieses Wort aus dem Lat. Granum (Koru)gebildet ist. weil er ein körnichtcs Wesen Hai: so könn-

. te man Körnerstein dafür sagen. Im gemeinen Lebensagt man Felsstein dafür, weil oft Felsen und ganzeFelsengebirge aus dieser Stein-art bestehen.

Graphie, die Schreibekunst.,

Graphische Figuren, Schriftzeichen.

Grassiren. Mail gebraucht dieses Wort von Krankheiten,um anzudeuten, daß sie in Schwange gehen, herrschen,wüthen, umgehen.

Gratial, eincEnkenntlichkcitsbezeigung. Man sagt aucheine Erkeniitlichkeit schlechtweg; und in Bezug auf ge-ringe Leute Trinkgeld und Biergeld.

Gratias! Dank! Das Gratias beten oder singen, heißt,das Dankgebet hersagen, das Danklied singen.

Grati licatiou, einGeschenk, eine Verehrung, ein Gna-dengeschenk.

Gratis, unentgeldlich.

Gratnit (fpr. graluih), freiwillig. Ein Don-gratuit,ein freiwilliges Geschenk.

Gratulant, ein Glückwünscher.

Gratulation, der Glückwunsch.

Gratniiren, glückwünschen. Sich gratn!iren , sich glück-lich preisen.

Gravamen, eine Beschwerde. Gravamina, die Be-schwerden. Gravamen irrelevans, eine unerhebli-che Beschwerde.

Gravaminiren, Beschwerden führen, sich beschweren.

Grave, in der Tonkunst, ernsthaft, von der Taclbewe-gung. Eschen bürg.

Graveur (fpr. Grawöhr). Im O. D. hatte man eins (objepl noch, weiß ich nicht) Instengraber (der einwärts

grabt) dafür. Allein insten f. hinwärts ist den mei-sten Deutschen unbekannt, folglich auch jenes Wort ih-nen nicht verständlich. In meiner Preisschrift halte ichGrabsiecher (nach Grabstichel gebildet) dafür vorgeschla-gen ; allein der selige o. K n i g g c erinnerte dagegen ganzrichtig: daß Grabsiecher dem Todtengraber ins Gehegezu kommen scheine; und fragte: warum nicht Grab-stichlcr? Allein daraus muß ich antworten: weil Stichtlcr an sticheln, anzügliche Reden führen, erinnern wür-de. Srahlstecher und Steinstecher, welche von Andernbeliebt worden sind, beschranken die Kunst des Gra-veurs auf einerlei Stoff'; da doch eben derselbe Künsk-ler, welcher in Stahl arbeitet, auch in Messing, Kri-stall, Karniol n. s. w. sticht. Alle diese Ausdrücke sindalso iinstatrhaft. Wie? wenn wir Kunststecher sagten?Stechen ist ja das Geschäft des Graveurs; und ertreibt dieses Geschäft nach den,Regeln der Kunst; er istalso ein Kunststecher. Die Härte, welche aus demZusammentreffeü der beiden st erwachst, kann zwar nichtgut geheißen, aber doch, theils mit dem Beispiele ähn-licher Wörter, z. B. Kunststück, theils auch damit ei-nigermaßen entschuldiget werden, daß man in der Aus,spräche das eine st größtcnthcils zu verschlucken pstcgl.

Graviren , i. von dem Franz. graver, stechen, graben;2. von dem Lat. gravare, zu Schulden kommen vderzur Last fallen, wofür man wol recht paßlich das ver-altete schuldigem gebrauchen könnte .Dieser Umstand,könnte man sagen, schuldiget ihn am meisten.

Gravität, 1. die Schwere; 2. der Ernst, die Ernsthaf-tigkeit, der steife Anstand, die steife Feierlichkeit , dieangenommene Würde. Wir haben auch das WortSteifheit dafür, welches zwar A d. nicht hat, aber dochbesser ist als Steisigki it. Denn da wir kein Deschas--fcnhcitswort steistg haben, so können wir auch kein Sach-wort davon ableiten.Es war keine Spur von Steifheit,noch von leerem Cerrmoniell zu bemerken." Göthe.

Gravitätisch, ernst, ernsthaft, feierlich. Er hat einengravitätischen Gang, d. i. er gebt mit anssrnomme-:ner Würde, mit steifer Würde oder Feierlichkeit, einher.

Gravitation, die Schwerkraft, oder die allgemeineSchwere, d. i. die Wirkung der allgemeinen Anziehung,welche die Körper gegen einander äußern.

Grazie, 1. die Anmuth, der Rei; oder Liebreiz; A d.behauptet zwar,daß Anmuth, in sofern es eine Ei-genschaft der Gegenstände ausdrucke, nur von solchemDingen gebraucht werde, die durch das Gesicht empfun-den werden;" allein schon Eberhard hat ihm Stellenunserer besten Schriftsteller nachgewiesen, wodurch die-se Behauptung umgeworfen wird:

£> stiehe nicht, rief sie mit anmuthsvollem Ton.

W i e l a n d.

2. in dcrFabellchre, eine Huldgöttinn, wofür Lohen-stein und andere auch Holdinn, andere Huldinn ge-sagt haben:

E -2 Bei