Glas
Glut'
Gnom
Gout
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Glasur, die Vcrglasung oder Ucberglasung. „Er wolltenun versuchen, ob er durch die Gewalt des stärkstenFeuers eine Vcrglasung hervorbringen könnte." R o-bins n. An einer andern Stelle eben dieses Werkesist Glasrinde dafür gesetzt worden: „Er bemerkte zu sei-ner Verwunderung, daß der Boden des Tigels mit ei-ner ordentlichen Glasrinde überzogen war."
Glaucoma, blauer Dunst, Gaukelei.
Globus, die Kugel, der Ball. Man versteht aber, wennman sich dieses Lat. Wortes im Deutschen bedient, nichteine jede, sondern nur eine solche Kugel darunter, wel-che entweder den Erdball, oder den Himmel vorstellt.Im ersten Falle wird sie eine Erdkugel, Globus ter-restris, im andern eine Himmelskugel, Globus coe-lestis, genannt.
Glorie, i. die Herrlichkeit; 2. der Heiligenschein, d. i.der Glanz, womit die Mahler und Bildhauer den Kopfeines sogenannten Heiligen zu umgeben -pflegen; 3. wirddieser Ausdruck in der Mahierei auch noch auf eine an-dere Weise als Kunstwort gebraucht, indem man ein Ge-mählde darunter versteht, worauf der Himmel mit sei-nen Bewohnern vorgestellt wird. Hier könnte man esdurch Himmelstück, nach Blumenstück gebildet, ver-deutschen.
Glorification, die Verherrlichung, Verklarungt
GloriGen, prahlen, sich selbst laut rühmen.
Glorios, rühmlich, ruhmvoll, rühm-oderpreiswürdig.
GL ssa. Man versteht darunter die Erklärung eines dun-keln Worts; also eine Wort-erklärung. Werden der-gleichen Erklärungen an den Rand geschrieben, so nenntman sie Randglossen, wofür man Rand-erklarungenover Rand-bemerkungen, auch wenn das Wort unci-gentlich für tadelnde Beurtheilung gebrauch wird, sa-gen könnte. „Ich bitte Sie, mich mit Ihren Randbe-merkungen zu verschonen." Werden aber dergleichen Er-klärungen dunklerWörter in ABC-ordnung oder in derForm eines Wörterbuchs vorgetragen: so nennt man einsolches Werk Glossarium. S. dieses.
Glossarium, ein Wörterbuch, worin dunkle, veralteteund unbekannte Wörter erklärt werden. Bemüht mansich zugleich, dergleichen Wörter auf ihren Ursprung zu-rückzuführen oder ihre Abstammung zu zeigen, so wirddas Glossarium etymologicum , ein herleitendes, ge-nannt. Lei b nitz hat das gute Wort Sprachquell da-für gebildet, womit angedeutet wird, daß ein solchesWörterbuch theils die Quellen zeigt, aus welchen jeneWörter entsprangen, theils auch selbst für eine Quellezur genauern, deutlichern und ausgedehnteren Sprach-kenntniß gelten kann.
Glossiren, Rand-anmerkungen machen. Man gebrauchtdas Wort aber nur uneigentlich, zur Bezeichnung deslästigen, vorwitzigen oder unzeitigen Tadelns.
Glutinös, lcimicht und leimig, kleberig.
2. Band«
Gnom, ein Erdgeist.
Gnomologie, ein Spruchbuch, d. i. eine Sammlungvon Denksprüchcn und Sprichwörtern.
Gnomonic, die Sonnenuhr-kunst, oder derjenige Theilder Größenlchre, welcher von den Sonnen-uhren handelt.
Golk, ein Meerbusen, auch Busen schlechtweg^
Gonagra, die Kniegicht.
Gondel, eine Art Lustschiffe, besonders zu Venedig, wel-che vorn und hinten schnabelförmig in die Höhe gehen,und in der Mitte einen, den Kutschkasten ähnlichen abergrößcrn, verdeckten Raum mit Thüren und Fenstern ha-ben. Zu Hamburg hat man auf dem schönen Alsterbu-sen ähnliche Schiffe, die jenes darauf besindlichcn Ka-stens wegen Archen (Kästenschiffe) genannt werden. Dadie Wurzel des Worts Gondel Deutsch zu sein scheint(denn im Q. D. bedeutet Gon einen Schöpftopf), undder Ausdruck selbst in seinen Lauten nichts unserer Sprach-ähnlichkeit widerstrebendes hat: so kann ihm das Bür-gerrecht unserer Sprache zuerkannt werden. Nicht sodem Worte Gondelier, weil dieses undeutsche Beto-nung hat. S. das folgende.
Gondelier, ein Gondelfahrer, Gondelführer oder Gon-delschiffer.
Gonorrbaea, eine Krankheit, aufDcutsch, derSamen-fluß oder Tripper.
Gorge (spr. Gorge) ; der Hals und die Brust zusammen-genommen, der Busen.
Goufre ober Goulire (spr. Guff'r), der Schlund, Ab-grund.
Gourmand (spr. Gurmang), 1. ein Fresser, und gelin-der ausgedruckt, ein starker Esser; 2. ein Leckermaul,wofür jemand inWi e la nds Merkur den neuen Aus-druck Gaumenlüstling gebildet hat. In BerluchsModejournal wird auch das einfache Lüstling dafür ge-braucht. Ein allgemeineres, von Luther» gebrauch-tes Wort, welches einen, der nur nach Genuß, es. feiworin es wolle, trachtet, hatVo ß in folgendem Sinn-gedichte erneuert:
Die beiden Abwege.
Wer immer lallt vom süßen DrangZu honigsüßem Sang und Kläng-Der heiße billig: Süßling.
Wer, welche Wissenschaft er baut.
Nur auf Genieß des Lebens schaut,
Den nennt schon Luther: Nießling.
Gourmandise (spr. Gurmangdise), die Eßgrer, die Lü-stclei, und bestimmter die Gaumenlüstelei. Heynatzmeint, auch Lüsternheit werde zuweilen für Lüsternheitdes Geschmacks, folglich für Gourmandise, gebraucht.
Gout (spr. Guh), der Geschmack.
Gontiren (svr. gutiren). Geschmack an etwas finden,etwas leiden mögen.
E Gouver-