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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
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Geor

Giro

Glac

Glas

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Georgica. So wird V i rgils Gedicht vom Landbaugenannt. Man sagt auch: Virgils Landbücher. AberVirgils Landbau schlechthin, wie Voß seine Ueberse-hung betitelt hat, ist eine Auslastung, die im Deut-schen hart klingen würde, wenn wir nicht schon gewohntwaren, den Gegenstand eines Gedichts zum Titel des-selben gemacht zu sehen, z. B. der Messias, der TodAbels u. s. w.

Gerbelur. S. Fusti.

Geridon* S. Gueridon.

Germanismus oder Germanism , eine Eigenheit derDcuischen Sprache, oder Deutsche Sprach-eigenheit,die man fehlerhafter Weise einstießen laßt, indem maneine fremde Sprache redet oder schreibt. Je nachdemnun diese fremde Sprache entweder die Lateinische, oderFranzösische, oder Englische u. s. w. ist, kann man Deutsch-Lateinisch , Deutsch-Französisch oder Deutsch-Englischdafür sagen.

Gestieuliren, Handbcwegungen machen. Man sagt auchfechten, oder mit den Handen fechten, dafür.

Gestus, Handbewegungen, Hand-ausdruck. Es scheintnämlich, daß wir bei Gestus und gestieuliren, wonicht ganz allein, doch vornehmlich, an Handbcwegun-gcn, und nicht zugleich an die Bewegungen andererKörpertheile zu denken pflegen. Aetion (Geberdenspra-che, Geberdenspicl) druckt das Ganze aller Bewegun-gen zusammengenommen aus.

Gigant, ein Riese; wofür man ehemahls auch Hüne undRcke oder Recke sagte, letztes von recken, ausdehnen.Diese beiden veralteten Ausdrücke sind seit einiger Zeitwieder häufig gebraucht worden, besonders von denDichtern.

Gigantisch, riesenmaßig uud riesenhaft.Ein schönerriesenhafter Plan." Falk. Stieler hat auch riesicht.Ueber den Unterschied zwischen gigantisch und colos-salisch (übergroß), siehe dieses letzte.

Giraii'e, ein Kamchlparder.

Girandole (spr. Girandol'), ein Armleuchter; auch dieLeuchter-arme, welche, einem gewöhnlichen Leuchterangesetzt, ihn zum Armleuchter machen, werden Giran-doien genannt.

Girant, der Uebertrager oder Umschreibet, d. i. derjeni-ge, der einen für ihn ausgestellten Wechsel auf einenandern übertragt, indem er auf die Rückseite die Wor-te: Für mich an N. N., oder auch bloß seinen Na-men, schreibt.

Giriren (spr. giriren), einen Wechsel oder eine Foderungauf einen andern übertragen oder umschreiben (denTon auf um).

Giro, das Umschreiben, (den Ton auf Um) r wodurchein Wechsel oder eine Verschreibung von einem Besitzerauf den andern übergetragen wird.

Girobank, eine llmschreibebank (den Ton auf Um). DasWesentliche einer solchen Anstalt besteht darin, daß

Kaufleute ihr baarcs Geld, theils zu sicherer Verwah-rung, theils aber auch, und zwar vornehmlich, der Be-quemlichkeit wegen, nm des vielen Auszahlensund Ein-nehmcns überhoben zu sein, in einem unter der Auf-sicht des Staats stehenden Gebäude, die Bank genannt,niederlegen; und dann in der Folge denjenigen, demsie eine Summe zahlen sollen, auf dieses Geld anwei-sen; worauf denn der Posten von der eingelegten Sum-me des Anwcisers (welcher Girant genannt wird) ab-geschrieben und auf die Rechnung des Angewiesenen(welchen man Girat nennt) übergetragen oder diesem zu-geschrieben wird. Auf diese Weise können die Kaufleutesich gegenseitig alle Tage große Summen auszahlen,ohne dazu baares Geld zu gebrauchen.

Glace (spr. Glaß'), oder nach Pariser Aussprache Glaß',künstlich bereiteres., eßbares Eis, wofür wir Gefrornessagen.

Glacis (spr. Glaßih), (beim Festungsbaue) die sanfte Ab-dachung der äußersten Brustwehre an dem sogenanten be-deckten Wege, welche sich attmählig in das Feld verliert.Ad. hat Feldbrustwehre dafür angesetzt, wodurch aberder Hauptbegriff, nämlich die weit ins Feld hin laufendeAbdachung, an die wir bei dem Worte Glacis mehr alsan die Brustwehre (mit welcher das Glacis nur anfängt)zudenken pflegen, nicht mit ausgedruckt wird. Im O.D., wenigstens in Schlesien, hat das Wort Lehne eineBedeutung, welche mit dem durch Glacis bezeichnetenBegriffe völlig übereinkommt. Es bedeutet nämlich dort(S. Schlestsches Idiotikon) eine allmählig zunehmendeErhöhung. Um aber die Bezeichnung bestimmter zu ma-chen, könnte man Wehrlehne sagen. Dieses ist nichtbloß bedeutender, sondern auch minder schwerfällig, alsFeldbrustwehre. Heynatz möchte Feldschragedafür vor-schlagen. Andere haben Feldabdachung versucht, wobeiaber der Begriff verloren geht, daß diese Abdachung ei-ne» Theil der Festungswerke ausmacht. Wehrlehne,oder wenn man es noch bestimmter haben will, Feld-wehrlehne, scheint mir den Vorzug zu verdienen.

Gladiator, ein Fechter.

Gladiatorisch. Wir können fechterisch, welches gar zuunangenehm klingt, durch Zusammensetzungen mit Fech-ter vermeiden, z. B. Fechterstreich , Fechterkünste.

Glandel, die Drüse. Im gemeinen Leben nennt man dieHalsdrüsen auch Mandeln.

Glandulös, drüsig.

Glasiren oder glasureti, 1. in eigentlicher Bedeutungverglasen und überglasen. Verglasen heißt nämlich so-wol in Glas verwandeln, als auch. mit Glas überzie-hen.Ja, das kommt daher, daß sie überglaset sind."Robinson. 2. In uneigentlicher Bedeutung, wo esbloß glänzend machen ausdruckt, wie wenn man z. B.von glasirten Handschuhen redet. Hier können wir esdurch Zusammensetzungen mit Glanz verdeutschen, z.B.Glanzhandschuh, Glanzband.

Glasur^