Gent
Geog
Geora
Zi
Geog N
eben daS, was in der heidnischen Fabellehre die Ge-nii waren; allein die Erzeugnisse der neueren Einbil-dungskraft sind, wie überhaupt, so auch hierin, nichtso lieblich, als die der ältern. Unsere Engelgestaltensind gemeiniglich erwachsene, auch wol mit einem Ge-wände bekleidete und mit zwei mächtigen Fittigen, dieden des Adlers gleichen, versehene Personen; dahinge-gen die Genii der Alten kleine, unbekleidete Knabcn-gestalken waren, welche der Einbildungskraft ein gefäl-ligeres Bild darbieten. Sollten wir nicht, wenigstenszuweilen, Flügelkind oder Flügelknabe dafür sagen dür-fen! — In andern Fällen paßt dafür, entweder Geist,z. B. der Geist des Zeit-alters, (f. der Genin3 derZeit); oder Schußgeist, z. B. Sokrates behaupteteeinen Schutzgeist zu haben u. s. w. Aber wie nun, wennvon einem Genius des Schlafes, des Todes u. s. w.die Rede ist? Ich sollte glauben, daß man in diesemFalle Geist schlechtweg dafür sagen dürfte: der Geistdes Schlafes, der Todesgeist.
Gemlemkin (spr. Dschentclmänn), ein feiner Mann, einMann von Erziehung. Es ist aber auch ein Titel, undinsofern unübersetzbar. Wir können aber, jenachdcm diePerson ist, Herr oder gnädiger Herr dafür sagen.
Genus, in der Sprachlehre, das Geschlecht der Wör-ter, welches entweder männlich (ma 5 cnlinnm), oderweiblich (femininum) oder sächlich, das Sachge-schlecht (neutrum) ist. Freilich eine in Grunde seltsa-me Benennungsart, wodurch den Wörtern, als wennsie zum Thierrciche gehörten, ein Geschlecht beigelegtwird! Um diese Seltsamkeit zu vermeiden, hat Ram-ler verschiedentlich das erste, zweite und dritte Ge-schlecht dafür gesagt. Hier kann man bei dem WorteGeschlecht allenfalls Familie oder noch allgemeiner,Klasse, denken. In genere, überhaupt, in Allgemei-nen. In der Naturbeschreibung wird Genu5 (das Ge-schlecht oder die Gattung) der Species (der Art) ent-gegengesetzt. Um die Naturkörper gehörig zu ordnen,hat man sie in Arten, Gattungen, Geschlechte, Klas-sen und Reiche getheilt. Die Arten begreifen ähnlicheEinzelwesen (Individua) , die Gattungen ähnliche Ar-te», die Geschlechte ähnliche Gattungen, die Klassenähnliche Geschlechte und die Reiche ähnliche Klassen un-ter sich. Ein einzelner Fuchs z. B. gehört zu der Art,welche die Füchse in sich faßt, alle Füchse gehören zuder Gattung der Hunde, alle Hunde zum Geschlecht dervicrfüßigcn Thiere, alle vierfüßige Thiere zll der Klaf-ft der Saugthiere, alle Säugthiere zum Thierreiche.Statt Geschlecht haben einige Naturforscher den Na-men Ordnung gewählt, um das mittlere Fach zwischenKlaffe und Gattung damit zu bezeichnen.
Geogonie, die Erd-erzeugungslehre, oder die Erd-cnt-stehungslehre, d. i. die Lehre von der Entstehung undBildung des Erdballs.
Geograph, der Erdbeschreiber. *
Geographie, die Erdbeschreibung, oder Erdkunde. Fürmathemati5elie Geographie Hat Burja Erdmes«sung angesetzt; allein das könnte auch Geometrie be-deuten. Ich selbst weiß für diese svwol, als auch fürdie physische und politische Geographie, keineandere Deutsche Ausdrücke vorzuschlagen, als entwe-der: die meffende, die natürliche und die bürgerlicheErdbeschreibung; oder die Umschreibungen: die Erd-beschreibung i. nach Gestalt und Größe (mathema-tische), 2 . nach natürlicher Beschaffenheit (pli/si-sche), Z. nach der EintHeilung und Bcwohnung derOberfläche (politische). Wer bessere Benennungen an-zugeben weiß, der wolle sie uns nicht vorenthalten.
Geographisch, i.als Beiwort, erdbeschreibcnd; z. B.crdbeschreibende Werke; 2 . als Nebenwort gebraucht,kann es, so viel ich sehe, nur durch Umschreibungenverdeutscht werden; z. B. statt: „ob sie gleich geogra-phisch nicht weit von einander entfernt sind," kannman sagen: ob sie gleich der Lage ihrer Länder (ihrerWohnsitze) nach, oder ihren Wohnplaßcn nach, nichtweit von einander entfernt sind.
Geometer , wird im gemeinen Leben durch Feldmesseroder Landmesser gegeben. Da er aber auch andere Grö-ßen, als Erd- oder Fcldflächen, zu messen hat, so istdie Benennung Mcßkünstlcr insofern vorzuziehen. Aberauch gegen diesen läßt sich einwenden, daß die Geome-trie keine Kunst, sondern eine Wissenschaft, und zwareine Wissenschaft in eigentlichstem Verstände ist, unddaß also auch derjenige, welcher diese Wissenschaft ver-steht und ausübt, nicht Künstler genannt werden sollte.Wollen wir also nicht lieber der Meßkundige sagen?
Geometrie, die Meßkunst oder Meßkundc, und ange-wandt auf die Ausmessung der Erde, die Erd-Feld-
. oder Landmcßkunft. Das Wort Kunst ist hier indeßnicht an seiner rechten Stelle; man sollte Meßlehre sa-gen. Ad. führt an, daß sie bei Dappcr'n auch dieMaßkunsi und die Gcwißkunst laute; allein die letzte(eigentlich Holländische) Benennung schlug Leibuitzfür Mathematic vor; wogegen aber schon Burja er-innert hat, daß dieser Name zu hochtrabend und fürandere Gelehrte, die keine Mathematiker sind, beleidi-gend klingen würde; den unpassenden Gebrauch desWorts Kunst ungerechnet.
Geometriseh. Auch bei diesem Worte fühlt man, wienöthig es wäre, daß wir die veralteten Ableitungenkünstig und lehrig, von Kunst und Lehre, die uns inso vielen Fällen zu Statten kommen würden, zu er-neuern suchten. S. Aesthetisch. Dann könnten wirauch meßkünstig oder meßlchrig für geometrisch sa-gen. Bis dahin müssen wir entweder uns mit der schlep-penden Umschreibung; zur Meßkunst oder Meßlehregehörig, behelfen, oder mit Bu rj a das etwas schwer-fällige mcßkünstlerisch dafür gebrauchen. „Das Wortist in ältern meßkünstlcrischcn Büchern gebräuchlich."
Geor-