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Gene
Geni
Geni
Generiren, erzeugen.
Generiseh, kann durch Zusammensetzungen mit Geschlechtausgedruckt werden; z. B. Geschlechts-unterschied f.generischer.
Generös, oder, wie einige, z. B. Lavat er, schreiben,generös (Franz, genereux, fpr. Geucröh), großmü-thig und freigebig.
Generosi ce, das g aus Franz. Weise wie ein sanfterZischlaut ausgesprochen, die Großmnth, und die Frei-gebigkeit.
Genesis, die Entstehung, Erzeugung Das i. BuchMos. wird Genesis genannt, weil es in den ersten Ka-piteln von der Entstehung der Welt handelt.
Genetisch, die Entstehung oder den Ursprung erklärend.Eine genetische Erklärung z. B. ist eine solche, dienicht bloß Merkmahle einer Sache, wodurch sie von an-dern Dingen unterschieden werden kann, sondern auchdie Entstehungsart derselben angibt.
Genie (spr. Genih). Ungeachtet einige sehr achtungswür-dige Schriftsteller, z. V. Garve in den Betrachtun-gen über Sprachverbesfir,ingen (S. Beiträge zur Deut-schen Sprachknnde, Berlin 1794), diesem Französi-schen Worte das Deutsche Bürgerrecht zuerkannt wissenwollen: so kann und wird es doch nie Deutsch wer-den, weil es unsere Sprach-ähnlichkeit verletzt. Derweiche Zischlaut, womit dieses Wort ausgesprochen wer-den muß, ist unserer Sprache so fremd, daß sie nichtrinmahl unter ihren Buchstaben ein Zeichen dafür hat.
Mau gebraucht dieses fremde Wort bald in schlaffer(sensu latiori), bald in straffer (strictiori) Bedeu-tung. In jener genommen, kann es verdeutscht werden:1. durch Natur, das Eigenthümliche oder die Eigen-thümlichkeiten, wofür wir auch das Wort Geist ge-brauchen können; z. B. es ist ivider die Natur oderden Geist der Deutschen Sprache, sich fremde Wörtereinimpfen zu lassen; das Eigenthümliche oder die Ei-genthümlichkeiten unserer Sprache gestatten die Ausnah-me fremder Wörter nicht; der Geist unsers Zeitaltersneigt sich u. f. w. n. Durch Anlage oder Fähigkeit; z.B. er hat keine Anlage (kein Genie) zur Tonkunst; erzeigte früh, daß er mit großen Fähigkeiten oder Anla-gen zur Dichtkunst gebohren sei. — In seiner engernBedeutung genommen, bezeichnet das Work einen mitaußerordentlichen, besonders erfinderischen, Kräften be-gabten Geist, der sich neue Bahnen bricht, oder aufschon gebrochenen Bahnen, mit mehr Leichtigkeit, Kraftund Würde, und zugleich weiter als Andere, fortschrei-tet; und hier können ivir r. da, wo der Begriff erfin-derisch der Hauptbegriff ist (wie er es eigentlich immersein sollte, weil Genie von gignere, erzeugen, her-vorbringen, abgeleitet ist), erfinderischer Kopf oderschöpferischer Geist, oder schöpferischer Krastgeist da-für sagen: „Wofern man nicht mit einem schöpferischenKrastgeiste begabt ist." Theophron; und s. da, wo
dieser Begriff entweder nur Nebenbegriff ist, oder garnicht mitgedacht wird, Kopf schlechtweg, oder mit denBeiworten vorzüglicher, großer Kopf, ober Kopf ersterArt; z. B. er ist ein Mann von Kopf; er zeigte sichüberall, als der vorzügliche oder große Kops, den auf-merksame Beobachter schon in ihm gewittert hatten;man muß gestehen, daß er nicht ein Kopf, sondern einKopf erster Art sei. — Für Originalgenie hat L e s-si ng Mustergeist gesagt; dem aber doch Ur-ropf vor-zuziehen sein dürfte.
In neuern Zeilen wäre das Wort Genie beinahe zueinem Spott - und Schimpfnamen hcrabgesunkcn, weileinige junge Brauseköpfe ohne Erziehung und Ausbil-dung, welchen es aber dabei nicht an hervorstechendenFähigkeiten mangelte, eine Zeitlang so viel Unfug inder Gclehrtcnwelt trieben, daß der Name Genie, denste stch selbst beilegten, dadurch gleichbedeutend, wonicht gar mit Tölpel, doch mit Schwindel-oder Brau-sekopf, und mit Krastmann oder Kraftmannchcn, ward.Ganz hat das Wort diese Ekclbedeutnng auch noch heutenicht wieder abgelegt; und es ist daher um so viel nö-thiger, es gegen gleichbedeutende Deutsche Ausdrückeumzutauschen.
Für geniemaßig habe ich in meinem Theophronstarkgeistig zu sagen versucht: „Es gibt junge Thoren,die sich ein tiefsinniges und starkgeistiges Ansehen zu ge-ben venncincii, indem sie den Zerstreuten spielen." Ge-niesüchtig endlich könnte man wol, nach dem Mustervon ehrsüchtig und rich in süchtig/ durch kopssüchtig ver-deutschen. Daß dieser Ausdruck nebenbei auch den Be-griff: krank am Kopfe, erwecken könnte, würde hiernicht schaden; weil, wer kopssüchtig ist, auch kopfkrankzu sein pflegt.
Genien. S. Genius.
Geniren/fpr. genircn), heißt 1. Zwang anthun, Unge-mach, Unbegnemlichkeil, Beschwerlichkeit verursachen,2. beschranken oder einschränken; z. B. Thun Sie sichkeinen Zwang an (geniren Sie sich nicht); ich kannden Platz in Ihrem Wagen, den Sie mir anbieten,nicht annehmen, weil ich besorgen mußte, Ihnen lä-stig zu werden, Ihnen zur Last zu fallen, Ihnen Un-gemach zu verursachen (Sie zu geniren); er ist beiseinem Händel durch manche gesetzliche Einrichtung die-ses Landes sehr beschränkt. T>st kann man genirt auchdurch gezwungen, gezwängt und eingezwängt überse-tzen, z. B. ich fühle mich in diesem engen Kleide garsehr gezwängt oder eingezwängt. Er hat in großen Ge-sellschaften ein gezwungenes Ansehen. Ein gezwungenesund erkünsteltes Wesen. Gezwängt sein, für genirtzhat K 0 se g a r t e n gebraucht.
Genitiv, in der Sprachlehre, der zweite Fall. S. Casus-.
Genius, in den schönen Künsten, ein geistiges Wesen inder Gestalt eines (gemeiniglich geflügelten) Kindes. Un-sere christlichen Engel sind zwar, dem Hauprbegrissc nach,
eben