Gast
Gemm
Gene
Gele
abgeleitet; dieses ward in gastare, und dadurch, soGott will, in ein Lateinisches Wort verwandelt; ausdiesem barbarischen gastare machte man in der Folgewieder das eben so barbarische gastiren, entweder weilman gasten vergessen hatte, oder, welches wahrschein-licher ist, weil die Deutschen Schöngeister jener Zeitein Wort, welches halb mit lat. Buchstaben geschriebenwerden konnte, lieber hatten, als ein ganzes Deutsches.Sowol S t i c l c r, als auch Frisch haben jenes ga-sten; Ad. hingegen wollte lieber das undeutsche gasti-ren, als dieses echtdcutschc gasten aufnehmen. Mirscheint dasselbe in jeder Hinsicht werth zu sein, wiederan die Stelle zu treten, die es ehemahls in unsererSprache cinnghm. Sonst sagen wir auch, enr Gastmahlgeben oder anstellen.
Gastimng. Dafür hatte man ehemahls die Gastung.S. Stieler und Frisch. Dieses cchtdeutsche Wort,aus welchem jener Zwitter durch Vcrbildung entstand,muß in einigen Gegenden Deurschlandes auch jetzt nochnicht ungebräuchlich geworden sein. Ich schließe diesesaus folgender Bekanntmachung aus Chcmnitz im Hamb.Corrcspondenren, R— 1800: „Da höchsten Ortsmir für mein allhicr am Markte gelegenes Haus dasPrivilegium zur Gastung gnädigst ertheilt worden ist,u. s. w." '
Gastrisch, nennen die Aerzte, was den Unterleib be-trisst; also ist eine gastrische Krankheit so viel alsein Bauch-übel, eine llnterleibskrankheit.
Gauche (spr. gohsch), link und links. „Linke Urtheile fäl-len." A b bt. „Ich muß mich entsetzlich links dabei aus-gedruckt haben, oder er will mich nicht verstehen."Ebend. Einige haben für links lieber dem Opitz dasrauhere linkisch nachsprechen wollen:
An Tugend bin ich recht und linkisch auch gewesen.Man sagt auch wol windschief in dieser Bedeutung:„Was soll nun die windschiefe Frage, die mich in mei-nen eigenen Gedanken irremachen könnte?" Lessing.
Gaze (spr. Gase). Man hat Seigetuch oder Seihetuchdafür angesetzt, weil eine schlechtere Art derselben zumDurchseihen gebraucht wird. In sofern aber dieses leich-te und durchsichtige Gewebe auch zum Frauenputze ge-braucht wird, dürfte man jene Deutsche Benennung wolnicht paßlich finden. Ich schlage daher für diesen FallFlortuch vor, weil es mit dem Flore die Eigenschaf-ten der Durchsichtigkeit und der Leichtigkeit gemein hat.
Gazelle (spr. Gascll'), eine A)aldziege oder ein Wald-geis.
Gazette (spr. Gasctt'), die Zeitung.
Gazettier (spr. Gasettich), der Zeitungsschreiber.
Gelee ( spr. Gclch), Gallerte. Kinderling hatDick-saft und Gefrornes dafür angegeben. Allein das erstebezeichnet die Sache nicht hinlänglich, weil es dickeSafte, z. B. Siropp, gibt, die kein Gelee sind; und
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unter dem zweiten verstehen wir eßbares Eis, von denFranzosen Glace genannt.
Gemmen, sind zwar Edelsteine überhaupt, aber wennwir dieses Wort im Deutsche» gebrauchen, so verste-hen wir dergleichen geschnittene Steine darunter.
Genealogie,':, in sofern die Abstammung und Fortpssan»zung eines Geschlechts darunter verstanden wird, dieGeschlcchtsfolgc oder Gcschlechtsleiter; 2. in soferndie sichtbare Darstellung derselben gemeint wird, dieGeschlechtstafcl oder der Staminbaum; und 3. alsWissenschaft genommen, die Geschlechtslehre oder Ge-fchlechtskunde. Das Beiwort genealogisch kann mandurch Zusammensetzungen mit Geschlecht umgehen, z. B.Gesch!echtsverze:chnist f. genealogisches.
Genealogist, ein GescHlechtsrundiger oder Geschlechts-forscher. „Daran liegt wenig, ob die Geschlechtsfor-scher das Haus Brandenburg von den Eolonna's ablei-ten." Brandenburgische Denkwürdigkcilen.
General. Als Titel betrachtet liegt dieses Wort außer-halb unsers Kreises. So lauge es den Fürsten gefallt,den von ihnen ernannten Feldherrn den Titel Generalbeizulegen, müssen auch wir im gemeinen Leben sieebenso nennen. Der Schriftsteller hingegen, der an dieSprache und Gebrauche des gemeinen Lebens nicht ge-bunden ist, kann den General Feldherr, den Gencral-feldmarchal Tdberfeldherr, den Generallieutenanterster Feldherr, den Generalmajor zweiter Feldherr,nennen. Außerdem kann er auch Heerführer für Gene-ral sagen. Als Beiwort, in welcher Formes zu aller-lei Zusammensetzungen gebraucht wird, können wir esbald durch ober (z. B. Oberaufsicht, Oberaufsehcr f.General-inspection und General-inspector), balddurch Grund (z. B. der Grundbast f. Generalbaß),bald durch allgemein (z. B. die allgemeine Musterungf. General-revüe), bald durch er; (z. B. ein Erz-windbeutel f. Generalwindbcutel), bald durch Haupt(z. B. eine Hauptregcl f. Generalregel; so auch über-haupt f. en general), verdeutschen. Kant unterschei-det generale und universale Gesetze ausfolgende Wei-se: „Sonst wird man bloß generale Gesetze (die imAllgemeinen gelten), aber keine universale (die allge-mein gelten) haben." Dafür läßt sich auf Deutsch ge-meingültige und allgemeingültige sagen.
Generalbal’s. ©.Basso fondamentale und continuo.
Generalisiren , verallgemeinern; ist schon ziemlich ein-geführt. „Man hat die Bedeutung dieses Worts nochmehr verallgemeinert." Eberhard.
Generatim, überhaupt, im Ganzen, im Allgemeinen.
Generation, 1. d.e Erzeugung; 2. das Mcnscheualtcr,das Geschlecht, wie wenn man z. B. sagt: es standeine neue Generation aus; oder, künftige Genera-tionen werden es zu schätzen wissen. Nach drei odervier Menschen-altcrn. „Dis Geschlecht wird nicht ver-gehen." Luc. 21, 32.
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Gene-