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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
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Gard

Gas.

Gase

Gast

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Gardine, der Vorhang; bei Betten, der ttmhang.

Garniren, versehen, besehen, belegen.

Garnison, die Besatzung.

Garmsoniren, in Besatzung liegen.

Garnitur. Man versteht darunter mehre einzelne Stücke,z. B. Knüpft, Schnallen ». s. w., welche zusammenge-hören und zu einander paffen. Bei Messern, Gabelnund Löffeln haben wir dafür das Wort Gesteck, oderBesteck; bei Büchern (wo die Franzosen suite, dieEngländer sei, a compleat oder füll set, gebrau-che») Folge, z. B. er besitzt eine vollständige Folge vonEnglischen Ausgaben der Alten.In vielen Fällen, sagtEschen bürg, würde Satz (das Engl. set) ganz schick-lich sein; und von einigen Dingen, z. B. von Schach-teln und Tellern, wird es schon grb.m.cht." Auch vonandern Sachen. Man sagt z. B. ein Satz Waare, undmeint mehre Stücke, die zu einander gehören, zusam-mengenommen. S. A d. unter Satz. So nannte manehemahls auch die Strophe einen Reimsatz, gleichsameine Garnitur von Reimen oder Versen. Von Tellernund Schüsseln, die zum Auskragen der Speisen aufeinander passen, sagt man auch Einsatz; von Kanten,Borken, Bändern, womit Kleider besetzt werben, istBesatz, auch Anzug, üblich. Nach Ab. wird auch daSWort Gewendefür sso viele Dinge einer Art gebraucht,als zum Umwechseln nöthig ist, dergleichen man in vie-len Fällen Garnitur zu nennen pflegt. Ein GewendeKleider, Tapeten, Schnallen n. s. iv." Heynatz merkt(in dem Antibaibarus) dazu an:Das Gewende stehtnicht sowol für Garnitur allein, aus vielmehr für denvollständigen Apparat von einer Seche, welche in derWirthschaft oder Haushaltung gebraucht wird. Mansagt daher zwar: ein Gewende Schnallen, ein Gewen-de Tapeten; aber auch ein Gewende Kleider für einenvollständigen, zusammengehörigen Anzug, ein GewendePft.de für ein Gespann, eine Lustpnmpe mit allem Ge-wende." Daraus folgt also: daß Gewende zwar wirk-lich in vielen Fällen für Garnitur gebraucht werdenkönne; daß es aber auch zugleich für die Begriffe passe,die wir mit Sortiment ober Assortiment und mitApparat verbinden.

Gas. Dieses Wort wird sowol in allgemeiner, als auchin besonderer Bedeutung genommen. In jener bezeich-net es die unsichtbare, farbcnlosc, du>chsichtigc, com-prcssible (preßbarc), schwere und elastische flüssige Ma-terie, welche unsere Erdkugel, von allen Seiten her,umgibt." Gchlcrs phystcal. Wörterbuch. Hier alsoist es einerlei mit Luft, und es wird in dieser allge-meinen Bedeutung Gas atrnosphericum genannt. Inbesonderer Bedeutung versteht man darunter eine ArtDämpfe, oder eine sehr feine spannkrästige (elastische)Luft-art, welche sich durch Gährung, nach andern auchdurch Verbrennung gewisser Körper (-. B. aus verbrann-tem Stroh) entwickelt, und leichter als die Lust unsers

Dunstkreises ist, daher ein mit ihr angefüllter Ball auSWachstafft in dieser aufsteiget. Die Meinung, daß der-gleichen Gas sich auch aus verbranntem Stroh, entwi-ckele, wird jetzt von den Naturforschern verworfen, unddagegen behauptet, daß die Wirkung, die man bei denMongolfierschen Luftbällen diesem angeblichen Gas zu-schrieb , bloß von der Verdünnung der Luft durchs Feuerherrühre. Ueber den Ursprung des Worts Gas hat A d.Folgendes bemerkt:Der ältere van Helmont solldieses barbarische Wort zuerst gebraucht, und es ausdem Hebräischen VP.1, bewegt werden, auseinander-ziehen, entlehnt haben; wenn er es nicht vielmehr ausdem Holländischen Geest, Geist, verstümmelt hat;denn sein Ahnherr Pa ra eelsus nannte eben diese sei-nen Dämpft Spiritus splvestres, wilde Geister. Soviel ist gewiß, daß er als ein Schwärmer uns Alchymistder ersten Größe, mehr ähnliche Namen ausgeheckethat, dunkle und verworrene Begriffe auf eine eben sodunkle Art auszudrucken; daher es zu wüishei wäre,daß unsere Namrkundige ein schicklicheres Wirk, wel-ches nicht so sehr das Gepräge der Alchymie an sich hät-te, ausfindig machten." Da dieser Wunsch bis jetztnoch nicht in Erfüllung gegangen ist, so sei es mir er-laubt, das Wort Dunstluft dafür vorzuschlagen, weilman unter Gas, in der angezeigten zweiten Bedeu-tung, Luft-art versteht, die sich wie Dünste entwickelt.Man könnte vielleicht auch, ohne alchymistische Begriffedamit zu verbinden, Luftgeist (wie Weingeist) dafürsagen, weil eine Luft art ge.neint wird, die sich in An-sehung der Feinheit zu der gewöhnlichen Luft, wie Wein-geist zu Wein verhält. Das brennbare Gas, oder diesogenannte inflammable Luft, wird schon ganz ge-wöhnlich die entzündbare, entzündliche, oder brennbareLuft, mit Einem Worte, die Brennluft genannt. S.Gehlers phystcal. Wörterbuch. In der Bergwerks-sprachc ist Feuerschwaden dafür üblich. Einige habenden Namen Gas von Gascht, N. D. Gast, welcheseinen Schaum oder Ausbruch der Luft aus einem gäh-rcndcn Körper bedeutet, herleiten wollen.

G.asconnade, Großsprecherei oder Pralerei, mit demNebenbegriffe des Lächerlichen; also eine lächerliche (när-rische, drollige) Prellerei oder Aufschneiderei. Da auchdas Wort Gascogncr, als ein Eigenname, in allenSprachen gebraucht werden kann, so läßt sich Gascoir-nade auch, je nachdem der Zusammenhang es erfodert,durch Gascognerwitz, Gascognerscherz, Gascogncr-wknd und Gascognerstreich, verdeutschen.

Gastiren. Man kann mit ziemlicher Sicherheit anneh-men, daß, wo nicht alle, doch die meisten Zwitterwör-tcr in iren ursprünglich die cchtdcutsche Form hatten,dann in das Mönchslatcin übergingen, und aus diesemwieder, und zwar mit dem undeutschen Schweifeiren begabt, ins Deutsche zurückgeführt wurden.So gab es ursprünglich ein Zeitwort gasten, von Gast

abgc-.