Frau
Frat
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Frap
tands öffentliche Anfrage: ob wir diesem Namen dasBürgerrecht verleihen wollten? habe ich für meincnThcilverneinend geantwortet, und zwar aus dem Grunde,weil das davon abzuleitende Beiwort frankreicherischoder srankreichisch (wie Oestreichisch) zu unausstehligrauh und schwerfällig sein würde. Man hat zwar dieAchnlichkeit von Oestreich, Oestreicher und Oestreichischzur Rechtfertigung dieser necken Benennung angeführt;aber dis ist auch, so viel ich sehe, das einzige Beispieldieser Art in unserer Sprache, welches schon um deß-willen nicht zum Muster gewählt werden muß. 2. Fran-ken, Neusranken und Westsranken. Diese sind nichtnur wohlklingender, sondern auch zugleich bedeutend,und kommen dem Volke, welches damit bezeichnet wer-den soll, bekanntlich zu. Ich wünsche daher, daß sieallgemein eingeführt werden mögen. Aber auch der ab-geschätzte Name Franzose muß beibehalten.werden, umdie ehemahligen Bewohner Frankreichs zur Zeit der al-ten Verfassung, und das sogenannte auswärtige Frank-reich damit zu bezeichnen. Dann wird man schon durchdie bloße Benennung, jcnachdem man Franzosen oderFranken sagt, zu erkennen geben können, ob man vonden ehemahligen oder den jetzigen Einwohnern Frank-reichs rede.
Französiren, die Sitten, Gebrauche und die Denk-arkder Franzosen nachäffen. Ich habe französeln dafür ge-bildet ; und Rüdiger hat das Sachwort Französier,einer der französelk, davon abgeleitet. So kann nrannun auch Französelei für Gallicomanie sagen.
Frappant, auffallend, treffend. Kinderling machtzu dem Worte frappant in seiner Preisschrift folgendeAnmerkung: „Campe'ns Uebersetzung, prickelnd, paßtnur in einigen Fällen. Wer könnte es ertragen, wennman eine prickelnde Achnlichkeit sagen wollte, anstatteiner frappanten Aehnlichkeit?" Gewiß nicht ich. Al-lein Hr. K. thut mir hier, aus einem Gedächtnißfehler,Unrecht. Nicht für frappant, sondern für piquant(und zwar nur für die eigentliche Bedeutung dieses Worts)hatte ich prickelnd mit angesetzt. Frappant kann inkeinem Falle so übersetzt werden. Er hat eine auffallen-de Aehnlichkeit mit meinem Bruder. Er hob die tref-fendsten Stellen aus, um unsere Ncugicrdc zu reizen.
Ich hatte in der Preisschrift auch eindrücklich dafürvorgeschlagen. DiS scheint nun zwar, insofern es Ein-druck machend bedeuten kann , dem frappant zu ant-worten; allein da ich mir keinen Fall erdenken kann, woich dieses Wort lieber, oder auch nur eben so gern, alsauffallend oder treffend, setzen möchte: so scheint es mirjetzt, wenigstens, entbehrlich zu sein.
Frappiren. Für die nncigentliche Bedeutung dieses Worts,in der es im Deutschen nur vorkommt, können wir be-fremden, stutzig machen, auffallen, Eindruck machen,und erschüttern sagen. „Ich wurde durch diesen An-blick sehr erschüttert. Dis befremdete mich, oder es fiel
mir auf. Es macht Eindruck, oder, man wird stutzig,wenn man hört u. s.«»." Für frappirt können wir auchbetroffen, und in einigen Fällen gerührt sagen. Lo-se garten sagt für: es frappirt mich. „Es trifft mei-ne Empfindungen sehr."
Fraternell, brüderlich. Es ist einUebelstaud in der Spreuche der Franken, daß fic kein ähnliches Wort für dasweibliche Geschlecht in ihrer Sprache besitzen. Wir ha-ben schwesterlich dafür.
Fraternisiren. Dis, während der Französischen StaatS-umwälzung fo oft gebrauchte und berühmt gewordeneWort, harte bisher kein ihm antwortendes in unsererSprache. Brüderlichen Umgang pstegen war so schlep-pend, und Brüderschaft treiben klang so gemein! Ichwagte es daher, brüdern (wie bindern, kalbern , schrift-siellern u. s. f.) dafür zu bilden. „Die Versammlungverließ den Saal, und'mischte sich untcrsVolk, um mitihm zu brüdern." Die Zusammensetzungen verbrüdernund einbrüdern (in einen Orden), welches letzte i» demHeldenbuche vorkommt, beweisen, daß das einfache brü-dern, für brüderliche Gesinnungen äußern, ehemahlsnicht ungebräuchlich gewesen sein muß.
Für, „die fratcrnisiienclen Absichten der Franzosen,"wie v. Archen holz sich ausdruckt, könnte man die Ber-brüderungsabfichten der Fr. sagen.
Beim Nachschlagen finde ich, daß die Vers. dcs Brem.Wörterbuchs das Wort brüdern, für mit einanderschmausen , als Vrüdcr lustig und guter Dinge sein,schon gekannt haben.
Fraternite. Ich habe schon anderwärts gesagt, daß ichim Jahr 1789, als ich zu Paris nicht nur dieses Wortsehr häufig hörte, sondern auch die Gesinnung, die da-durch bezeichnet wird, indem damahls so friedlichen,freundlichen und liebreichen Betragen der frcigewordenenFranken gegen einander, nicht ohne Rührung beobachte-te , mit Bedauern die Bemerkung machte, daß in unse-rer, sonst so herzlichen Sprache keinWort vorhanden sei,welches jenem antwortete; und daß ich es damahls wag-te, um diesen Mangel abzuhelfen, Brüderlichkeit dafürzu bilden.
Stutz meinte zwar, daß es dieses neuen Wortsnicht bedurft habe, weil wir für das Französische Fra-ternite Brüderschaft sagen können. Allein dieses Deut-sche Wort paßt nur für diejenigen Falle, wo uncer demFranzösischen Ausdrucke Frcundschafls - Amrs- und Zunft-verbindungen, oder auch die zu einer solchen Verbindunggehörigen Personen, nicht aber die brüderlichen Gesin-nungen und das brüderliche Benehmen derer, welcheauf solche Weise verbunden sind; verstanden werden;und für diese Bedeutung scheint Brüderlichkeit besser zupassen. Man könnte;. B. sagen: weil wir nun Brü-derschaft gemacht haben, so mußt du mir auch Brüder-lichkeit zeigen. Hiczu kommt, Paß das Wort Brüder-schaft, weil es zu sehr an die Trinkgelage erinnert, beiC s welchen