Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
17
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für fairen auch einmahl eben so schön als neu den Aus-druck, sich lagern:Seine Begierden hatten sich auf ihrgelagert;" d. i. sich auf sie geheftet, oder anhaltend undausschließlich sie zu ihrem Gegenstände erkohren.

Fixsterne, sind feststehende, die immer in einerlei Ent-fernung von einander bleiben. Da diese Sterne zugleichihr eigenes Licht haben, so kann man sie Sonnensicruenennen.Jene pralcndc, aber kurze Luft-erscheinung,welche den Glanz einesSonnenstcrnsnachahmt." Thco-phron. Vollbeding, welcher die von andern vorge-schlagenen Ausdrücke, Standstern und Stehsicrn, alsundeutliche und übclklingcnde verwirft, bringt selbst Fest-stem dafür in Vorschlag, welches aber völlig eben sohart, nicht viel deutlicher und obcncin der Aehnlichkcits-tegel zuwider ist. Wir sagen freilich Großfürst.und .Klemmadchen, Leichtsinn u. f.w., aber diese Ausdrückesind mit großer Fürst, kleines Mädchen und leichterSinn keincswcges gleichbedeutend. Hier aber soll Fest-stern gerade eben so viel, als fester Stern bedeuten.-!

Fixum, stehender Gehalt, feste Besoldung.

Flaeon (spr. Flakong), ein Flaschchcn, bestimmter, einRiechflaschchcn.

Flagellant, ein Gcißelmönch, d.i. ein Mönch , der durchseine Ordensregel verpflichtet ist, sich zu gewissen Zeilenselbst zu geißeln, Ad. hat auch Geißelbrudcr, Geiß-let und Büßer dafür.

Flageolet (spr. Flagolctt), ein kleines Pfeifchen, womitman Vogel abrichtet. Kinderling hat das Wortdurch Feinsiöte oder Hochslöte verdeutscht. Aber auchhier stndct der gegen Feststem (S. Fixstern) gemachteEinwurf Statt. Ich würde daher lieber Vogelpfeif-chen vorschlagen.

Flambeau (spr, Flambvh), die Fackel.

Fianque (spr. Flanke), die Seite.

Flanqneur (spr. Flanköhr) ; die Benennung herumstreifen-der Reiter, welche theils den Feind beobachten, theilsihn beunruhigen müssen. Man könnte Streifreitcr da-für bilden.

Flanquireii, in der Kriegskunst, mit Seitcnwerken ver-sehen, die Seiten decken. Hcynatz hat beseiten da-

. für gebildet. Herumstanquiren, heißt, umhcrstreifen,umherschweifen.

Flatterie, die Schmeichelei, etwas schmeichelhaftes.

Flattern: (spr. Flattöhr), der Schmeichler.

Flattiren, schmeicheln. . .

Fiatulenz., die Blahsucht.

Fiatas, Blähungen, Winde.

Flectiren, in der Sprachlehre, biegen; nicht beugen,denn dieses wird in eigentlicher Bedeutung nur von einerBiegung von oben nach unten, und in uneigentlichernur von der Nicderbeugung des menschlichen Gemüthsgebraucht. Das erste hat Eberhard, das andereStofch bemerkt. Die wenigen Ausnahmen davon, diesich bei sonst guten Schriftstellern finde», sind für Nach-2 . Land.

lässigkeitrn zu halten; wie wenn Zachariä sagt: daßder Lorbeer sich um die Schlafe beugt; oder Günther:Es bog dein Flehn dic.säumcndcn Gemüther.

Die sprichwörtliche R. a. sich schmiegen und biegen,ist entweder früher entstanden, als her.Sprachgebrauchdiesen Unterschied festgesetzt hatte,, oder man hat sich hier,wie in andern Fällen, durch die Begierde zwei Wörter,die sich reimen, zusammenzustellen, verleiten lassen, vondem Sprachgcbrauche abzugehen und biegen f. beugenzu sagen. Es'laßt sich auch denken, daß man.biegenin dieser R. a. deswegen vorgezogen habe, weil manhier nicht bloß an ein Nachgeben von oben nach unten,sondern in jeder Richtung und nach allen Seiten hin^gedacht wissen wollte. Ursprüng/j.ch waren beide Wör-ter eins u,,d ebendasselbe, mir ^ man es im O. D.beugen, im 9u oder M. D. biegen ausfprach.

Fleuretten(spr.Flöreltcn),schmeichelhafteLiebesreden.Mau

kann Süßigkeiten und Liebessckmeichcleien dafür sagen.

Fleurist (spr. Flörist), wofür mau auch Florist hört, einBlumenfreund, Blumenkenner, Blumenzieher; auchBlumenmahler.

Flexible (fpr. flcpibl), biegsam oder biegbar.

Flexion, die Biegung, das Biegen.

Flibustiers (fpr. Flibüstich's). So nannte man gewisseSeeräuber, die sich einst in den Amerikanischen Gewäs-sern den Schiffen sowol, als auch den Küsten fürchter-lich machten..

Flor, die Blühte; und wo dieses nicht passen will, derBlühestand. Handlung und Gewerbe standen in schön-ster Blürhe. Der Blühestand der Künste fing unter die-sem Fürsten an, und endigte mit seinem Leben. BeideWörrer aber pgssen nicht, wenn man in der Gartenspra-che von Nelkcnsioren, Hiazinthensioren u. s. w. redet,wo man eine in voller Blüthe stehende Sammlung vonBlumen meint. Aber hier ist auch das Wort Flor nichtmehr das Lat.Flora, sondern das DeutscheFlur, nurnach N. D. Aussprache. Hier kann es also auch ohneBedenken gcbrauchr, oder, wenn man lieber will, inFlur verwandelt werden. Also Nelkenflur, Hiazinthen-siur u. s. w. .

Flora , die Blumengöttinn. In der Adriatrfchen Rose-mund von Ritterhold von Blauen (aus den Zeiten derFruchtbrmgenden Gesellschaft) wird diese Göttinn dieBlununn genannt.

Florett, Franz. Flenret, Flockseide; auch Rauhseidekönnte man dafür sagen. Man meint nämlich das rauheGcspinnst, womit die Scidenwürmcr ihre Arbeit anfan-gen, ehe sie ordentliche Fäden ziehen, und welches nichtmit abgehaspelt werden kann, sondern gesponnen wer-den muß. Also Rauhseidenband oder Flockseidenbandf. Floreltband.

Florin (spr. Floräng), ein Gulden. Der fremde Namebedeutet eigentlich Blumenstück oder Blumengeld, weildie ersten Gulden, die zu Florenz geprägt wurden, mitC dem