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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Flor

Flue

Flui

Foli

dem Bilde einer Lilie bezeichnet waren, und deswegenFloren, genannt wurden.

Florire»; blühen, in eigentlichem und uncigcntlichemVerstände genommen. Wenn man von einem Menschensagt: er florirt, so könnte man füglich: er ist jetzt obendrauf, sein Glücksstern scheint oder ist aufgegangen,sein Glück oder seine Glücksumstande blühen, er nimmtsich auf u. s. w. dafür sprechen.

Flosissaut, blühend.

Flosctiiös; dieses seltsameZwitterwort fand ich bei einemungenannten Schriftsteller mit Schreib-art verbunden:Die fioseulöse Schreib-art." Kosegartcn hat blü-meln und blümelnd dafür gebildet:Der blümclnde Tone-.ner cmpfindfanieu Modcthorinn." Mit Ton verbundenscheint dieses nicht'Mt gesagt zu sein, weil Blumenund Ton nicht zu einander passen; mit einem andernWorte, bei welchem Blumen denkbar sind, verbunden,halte ich es für untadelhaft, z. B. eine blümelnde Schreib-art. A d. kennt blümeln nur von Bienen gesagt, für:die Blumen durchkricchen, um Honig zu suchen.

Floskeln, in der Redekunst, Blümchen. Da aber dasfremde Wort gewöhnlich in verächtlicher Bedeutung ge-nommen wird, so dürste die alte Verkleinerungsform,Blümleiu, hier wol den Vorzug verdienen, weil wirdiese mehr spottweise zu gebrauchen pflegen.

Florille (spr. Flotillj'), ein kleines Geschwader oder einekleine Flotte. Flotte kann für ein Deutsches Wort gelten.

Flou (spr. fluh). ein Kunstwort der Mahler, womit sie dassanfte oder malte. Verschmelzen der Farben bezeichnen.Es ist unser N. D. flau, matt, schal. Hier ist die Er-klärung eines Kunstverständigen (Robin) aus H e y d c n-reichs ästhetischem WörterbücherFlou ist ein Aus-druck/ der außerhalb der Arbeitszimmer nicht vorkommt,und von Künstlern fast allein verstanden wird. Er istnicht gleichbedeutend mit verschmolzen, ungeachtet ereinen Pinsel ausdruckt, der die Farben verschmilzt undin einander vertreibt. Der Unterschied dieser beiden Wör-ter besteht darin, daß das Wort flou erstens eine Ue-bertreibung des Verschmolzenen ausdruckt, und zweitenseine große Leichtigkeit der Farben, vorzüglich aber inden Schatten, voraussetzt. Die Jtalier drucken dieseArt von Pinsel durch das Wort sfumato (rauch-artig)sehr energisch (bedeutend) aus." Ob diese Art zu mab-len eine Vollkommenheit oder ein Fehler sei, darüberscheint man noch nicht einig zu sein. Ohne mir in einerKunst, von der ich nichts verstehe, das Recht einer Stim-me anzumaßen, wird es mir erlaubt sein, die Meinungzu ausscrn, daß das, was man klon oder flau nennt,da, wo es hingehört, z. B. in der Darstellung des ge-wölbten Himmels eine Vollkommenheit, da hingegen,wo es nicht hingehört, z. B. bei der Darstellung einesHerkules, unstreitig ein Fehler sei.

Fluctuation, das Schwanken, Wogen, Wallen.

Fluetuiren, schwanken, wallen, wogen. Das letzte

kennt zwar A d. nicht; es ist aber ein schönes, und (be-sonders in der höheren Schreib-art) gar nicht ungebräuch-liches Wort.Das wogende Meer." Lavat er.

In Josephs Brust

Wogt süßer Schmerz, wogt bittre Lust.

Mein Hist. Bilderbüchlein.

Fluide, flüssig.

Fluidum, etwas flüssiges, ein flüssiger Körper.

Foeus, der Brennpunkt.

Foederalism. Man versteht darunter in den neuen Frei-staaten die für Ketzerei gehaltene Meinung, daß dieVcr-bündung besser, als die Einheit, in einem solchen Staa-te sei. Dem fetzigen Sprachgcbrauche gemäß, muß mandas Wort durch Verbündungsfucht'übersctzcn.

Foederatiou, die Verbündung, das Verbinden. EinFoederatiousfest ist ein Bundessest,

Foederativ, bundcsmäßig, oder auch durch Zusammen-setzungen mit Bund, z. B. der Mittelpunkt der Bun-desvereinigung, stakt,der Mittelpunkt der koeckera-ti von Vereinigung," wieKant in der Abhandlung überden ewigen Frieden sagt.

Folie (den Ton auf i) (spr. Folih'), die Thorheit.

Folie (den Ton auf o), die Unterlage bei Spiegeln und

, gefaßten Edelsteinen, wodurch das einfallende Licht zu-rückgeworfen wird. Man könnte bei Spiegeln Licht-blatt bei Edelsteinen Glanzblatt, beides nach Stich-blatt gebildet, dafür sagen. Auch da, wo das fremdeWort uncigentlich gebraucht wird, scheint Glanzblatteben so gut dafür zu passen; z. V. die Gelehrsamkeitdiente seinen übrigen Verdiensten zum Glanzblatte.

Foliiren, sagen die Kaufleute für paginireu, d. i. dieBlattseite beziffern.

Folio, in der Sprache der Kaufleute, eineScite imRech-nungsbuche.

Folio , in der Buchdruckersprachc, diejenige Form einesBuchs, welche entsteht, wenn der Bogen nur in zweiBlätter zusammengelegt ist. Die durch Philip vonZesen gestiftete sogenannte Rosengesellsckaft wollteBogengröße, so wie für Quart vierblatterichte Größe,für Octav achtblatterichte Größe, für Duodez undSedez zwölf- und sechszehnblatterichte Größe einfüh-ren. Allein diese Ausdrücke waren zu lang, zu schwer-fällig und zu unangenehm für's Ohr, als daß sie hättenBeifall sinden können. Da daS Wort Form schoneingebürgert ist, so habe ich folgende Zusammensetzun-gen dafür vorgeschlagen: ein Werk in Bogenform ( inFolio), in Viertclform (in Quarto), in Achtclform(in Octavo), in Zwölftelform (in Duodez), inSechszchntclform (in Sedez). H e pnatz hat die-se Verdeutschungen (und zwar im Antibarbarus) ange-nommen; doch mit der kleinen Abänderung, daß er,statt Form, lieber Größe sagen wollte;Unter demSchweizer verstehe ich die 1,530 in Achtclgröße hcraus-gekommene ganze Bibel." Eben dieser Schriftsteller hat

auch