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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Fina

Firm

Firm

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Sprache betreffend, VI. 70. Heutiges Tages verstehtman unter Finanzen die Staatseinkünfte, das Staats-vermögen, und unter Finanzier eine» mit den Staats-einkünften und den Mitteln, siezn vermehren, bekann-ten und beschäftigten Beamten. Man könnte im Allge-meinen Staatswirth dafür gebrauchen. Denn sv wieder Landwirth das Land bewirthet, und den Ertragdesselben zu vermehren sucht, so der Finanzier denStaat. Kamerbeamte (Earneralisten) sind im Grun-de eben das. Oft kann man für Finanzen (in sofernnämlich der Geldvorrath eines Staats darunter verstan-den wird) auch der Schaß und die Schatzkammer sa-gen ; so wie auch gewisse Finanziers oder Finanzra-che in einige Ländern Schatzräthe genannt werden. WennPrivatpersonen von ihren Finanzen reden, so könntensie eben so gut von ihrem Beutel, von ihrem Vermö-gen oder von ihren Umstanden oder Vermögens-um-standen sprechen.

Da übrigens das Wort Finanz wahrscheinlich ausder Deutschen Wurzel fern ( 31 . D. stn) entsprossen ist,und auch in seinem Klänge nichts undeutsches hat: sokönnte man es für eingebürgert gelten lassen, wenn esnicht durch seine Betonung eine der allgemeinsten Aehn-lichkeitsregcln unserer Sprache verletzte. Um völlig Deutschzu klingen, müßte cs'Finanz ausgesprochen werden.

Financier (spr. Finaugßieh), der Staatswirth, (Schatz-rath) , Staatsrcchncr, Kammerbeamte.

Finanziren. Wenn dieses Zwitterwort in Bezug aufPrivatpersonen gebraucht wird : so heißt es weiter nichts,als erwcrbsam sein, sich auf den Erwerb verstehen.Von Staatsbeamten gesagt, heißt es, die Staatsein-künfte vermehren, den Schatz vergrößern.

Finesse, die Feinheit, List, Verschmitztheit, derKniff,die Schlauigkeit, wofür Wieland und andere dasbessere Schlauheit gebildet haben.

Fingiren, erdichten.

Finis, das Ende; auch der Zweck oder Endzweck; Fi-nis primarius , der Hauptendzweck.

Finte. S. Feinte.

Fiochi (spr. Fiocki), ein Kopsquast für Kutschpferde.

Firm, fest.

Firma, die Handlungsuntcrschrifk, und wo die genaue-re Bestimmung sich von selbst versteht, die Unterschriftschlechtweg. Auch der Handlungsname. Die Kaufleu-te 3 k. und M. sind bei ihrer Verbindung zu einer Gc-sellschaftshandlung übereingekommen, den Handlungs-namen N. u. Compag. zu führen.

Firmament, die Feste, die Himmelsfeste; das schein-bare Himmelsgewölbe. Das erste kommt bekanntlichin Luthers Bibel vor.

Firman oder Ferman , ein schriftlicher Befehl des Tür-kischen Kaisers; ein Türkisches Kabinetsschrciben.

Firmelung, die Taufbestatigung, oder die Einsalbung;

Fixl

eine heilige Handlung in der Röm. katholischen Kirche.Also srrrneln, bestätigen, einsalben.

Firmiren, den Handlungsnamen unterzeichnen, mit demHandlungsnamen bezeichnen.

Firniss, Lack. Indeß kann auch jenes Wort (ungeachtetes aus dem Franz. Vemis, und mit diesem zugleichaus dem Lat. Vemis: entstanden ist) für eingebürgertgelten, weil es unsere Sprach-ahulichkeit nicht beleidigetund allgemein verstanden wird.

Fiseal. Dis Wort, in seiner eigentlichen Bedeutung ge-nommen , bezeichnet einen Staatsbeamten, welcher da-zu gesetzt ist, über die Beobachtung der Gesetze zu wa-chen, und wenn sie verletzt werden, die Gerechtsame derSlrafkasse (des Fiseus) wahrzunehmen. In der altenO. D' Gerichtssprache findet sich Frevelvogt dafür. Al-lein so bedeutend dieses Wort auch ist, so klingt es dochzu hart, besonders, wem: es, wie Fiseal , auch alsTitel gebraucht werden sollte. Heyuatz hat Straf-kläger dafür gebildet; eine Zufammensctzuug, welche et-was dunkel ist, weil sie durch einen, der auf Strafeklagt, umschrieben werden muß. Seit der Franz. Staats-umwälzung ist der Ausdruck öffentlicher Ankläger durchdicZeitungen sehr allgemein verbreitet worden. Im Preu-ßischen war Fiseal und Hofllseal ehemahls so viel als Ad*vocat, Anwalt, Sachwalter. Den Reichsfiseal könn-te man füglich den Reichs-ankläger nennen. Auf eini-nigen Hochschulen ist Fiseal ( auf andern Famulus)derjenige, welcher die Bezahlung für die Vorlesungenbeitrcibt, der Einsammlet oder Eintreibet.

Fiseus; ursprünglich und eigentlich bedeutete dieses Lat.Wort einen Korb; dann einen Geldkorb, oder, nachunserer Art zu reden, einen Geldbeutel. Dann erhieltes die bestimmtere Bedeutung des öffentlichen Geldbeu-tels oder der Staatskaffe, und zur Zeit der Kaiser dieder besondern Kasse der Regenten; und weil in diesedie Strafgelder zu fließen pflegen, so verbindet manauch oft den Begriff einer Strafkaffe damit. Kassekann für Deutsch gelten, weil es Deutschen Ursprungsist, und unsere Sprach-ähnlichkeit nicht beleidiget.

Fitf, Franz.üxe , Lat.fixurn, 1. beständig oder feuerbe-ständig, z. B. in der R. a. das Ouecksilber fix machen;2. fest oder bleibend, z. B. ein solcher Wohnsitz. Ideafixa ist ein Gedanke, der sich in unserer Seele festge-setzt hat, zu dem unsere Vorstellung immer wiedervon neuen zurückkehrt. Für fixe Luft haben einige, z.B. Markard, den Ausdruck Luftsäure beliebt.

Fixiren, bestimmen oder festsetzen, heften, ständig ma-chen oder festigen. Ein bestimmter oder festgesetzterGehalt. Die Augen oder den Blick auf etwas heften.Unsere Sprache ist noch nicht gefcstiget, ist noch nichtständig geworden, ist noch nicht zur Ständigkeit gelangt.S. Figrren. Einen fixiren, heißt, ihn steif ansehen,die Blicke auf ihn heften, dichterisch, ihn mit den Au-gen oder Blicken durchbohren. Wieland gebraucht

für