Fide
Figra
n
Figi
te, sp dürste man auch Treuhandsgut für Fideicominißbilden. Fideicommissum kamiliae, ein Familien-vermachtniß.
Fidejlibiren, bürgen, Bürgschaft leisten, gutsagen.
Fideijussio, in der Rechtssprache, die Bürgschaft; -—>succedanea oder surrogata, die Rückbürgschaft.
Fideijussor, der Bürge.
Fidel, treu oder getreu.
Fidelit'at, die Treuherzigkeit, die Treue.
Fides, die Treue. Bona fide handeln, heißt, ehrlich,aufrichtig, in guter Meinung oder Absicht handeln.Man sagt auch: auf Treue und Glauben. Fides pu-Mica, die öffentliche Glaubwürdigkeit.
Fidibus, der Pfeifenzünder, d. i. ein wenig zusammen-gelegtes Papier, womit man die Tabackspfeifcn anzündet.
Fiduciaria hereditas , eine Treuhandserbschaft. Fidu-ciarius Faeces, ein Treuhandserbe, d. i. ein solcher,dem eine Erbschaft^ als Fideieommiß, vermacht ist. S.Fideicommiss.
Fieranten, Kaufleute, welche die Messen beziehen, vonFieira, der Markt, die Messe; also Meßbezieher. Manhört auch Meßfieranten, welches mit Chapeau - bas-hut und llnglücksmalheur in Eine Klaffe gehörn Meß,oder Marktgasi, welches A d. dafür angibt, scheint nurfür'diejenigen zu passen, welche die Märkte oder Messenbloß zu ihrem Vergnügen, allenfalls auch zum Einkau-fen, besuchen, paßlich zu sein, nicht aber für diejeni-gen Kaufleute, welche sie mit ihren Waarenlagern zumVerkauf beziehen; und nur diese letzten werden Fieran-ten genannt.
Figiren, und fixiren; jenes ist aus dem Lateinischen/dieses aus dem Französischen entlehnt; die, Bedeutungist gleich. Beide werdtzn sowol in der Scheid ekunst vonKörpern gebraucht, die durch einen Zusatz beständig ge-macht werden, damit sie nicht verfliegen oder verrauchen,als auch von der Sprache, denjenigen Grad ihrer Aus-bildung zu bezeichnen, wo sie anfängt, in den meistenStücken eine bestehende Festigkeit anzmiehmen.
„Könnte man nicht festigen dafür bilden? UnsersSprache ist noch nicht gefestiget. Befestiget würde man,meinem Gefühle nach, hier nicht sägen können. DasBefestigen geschieht nämlich von außen, durch etwas,was nicht in der Sache selbst ist, nicht eigenthümlich zuihr gehört, durch Stützen , Wall, Mauern u.s.w. Be-festiget würde auf innere Festigkeit, auf ein Feststehendurch sich selbst deuten. Und eine solche Festigkeit mei-nen wir doch, wenn wir von einer Sprache sagen: siesei figirt oder fixirt."
Diesen Gedanken schrieb ich vor einigen Jahren/bisauf nähere Prüfung, in mein Sammelbuch. In derFolge fand ich, daß es Mir Hiebei, wie schon mehrmahls,gegangen sei; indem es mir nämlich oft begegnete, daßich Wörter, die uns zu fehlen schienen, nach der Aehn-lichkeilsregel bildete, und dann hinterher entdeckte, daß
Figu
diese Wörter in unserm ältern oder neuern Sprachschatzeschon vorhanden und nur durch Nichkgcbrauch unbekanntgeworden waren. So auch mit festigen für fixiren.Man hat ehcniahls sowol dieses, als auch (und zwarfrüher, wie es scheint) festen gehabt. In den Ueber-blcibscln von K e r o findet sich festinon, woraus in derFolge fcstinen, dann festcNen, und endlich festen ward.S. Frisch. „Sie frstineten das Grab, und zeichnetenden'Stein." Kap fers b. Luther hat beide, festenund festigen, und zwar (gleichsam um beide in Anden-ken zu erhalten) in Einem und cbendemselben-Verfe: „Daer die Wolken droben vestete, da er vcstigte die Brun-nen der Tiefen." Sprichw. 8, 2 8-
Ich habe für figirt oder fixirt auch einmahl ständiggebraucht, und von diesem, das Sackwort, die Stan-digkeit, abgeleitet: „Zu einer solchen Srändigkeir derSchriftsprache gelangten die Jtalier schon im XV. undXVI. Jahrhunderte, die Franzosen unter Ludewig XIV."In der Preisfchrift. — Lavater hat ständige Princi-pien , für ständige oder feste Grundsätze gesagt.Figment, £af. Figmentum; etwas erdichtetes, eincEr-dichtung.
Figur, die Gestalti Das fremde Wort kommt aber auchals Kunstwort in der Sprachlehre und Redekunst vor,wo man den Gebrauch uneigentlicher Wörter und künst-licher Wortstellungen darunter versteht. Darüber hatCludius gefragt: ob man nicht etwa Redegestalt dafürsagen wolle? Er beruft sich dabei.auf Sulzcr'n, wel-cher Figur durch eine eigene Gestalt der Rede erklärt.Würde dieses beliebt, so würde man FigUration durch' Redegestaltung geben können. Allein i. gibt es eben so-wol Figuren- welche den Gebrauch eines einzigen Wortsbetreffen, als solche, welche aus der Verbindung undStellung mchrerWörter entstehen. Für jene würde Rc-degestalt nicht passen; eher Wortgestalt. Aber 2 . wirdauch nicht jede Gestalt eines Worts oder Rede, sondernnur der uncigentliche Gebrauch und die künstliche, aufgrößere Wirkung berechnete Anwendung, Verbindungund Stellung der Wörter, eine Figur genannt. Undendlich Z. wie wollten wir, wenn Redegestalt für Figurbeliebt würde, das Bei - und Nebcnwort figürlich ver-deutschen?
Ich habe geglaubt, daß man, um einen trcffendcrnDeutschen Ausdruck für dieses fremde Wort zu bekommen,die Sache aus folgendem Gesichtspunkte ansehen müsse:So wie der Landschaftsmahler, um sein Stück zu be-leben, eine oder die andere menschliche Gestalt (Figur)in irgend einer Beschäftigung begriffen, anzubringenpflegt: so sucht auch der Redende die Wirkung dessen,was er sagt, dadurch zu verstärken und seinen Vortraganziehender zu machen, daß er ihn aufseincWcisc gleich-falls durch Figuren belebt, d. i. einige Wörter uneigent-lich gebraucht, andern eine solche Stellung und Verbin-dung gibt, als sie in der gemeinen Rede und überall,B g wo