Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
10
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IO

Fatu

Febr

Faux

Nun fing tichs Herrchen an zu schämen.

Umsonst so sehr sich abzumühn.

Bürger.

Für kati§ant, ermüdend, beschwerlich, paßt auch ab-spannend.Sehr abspannende Geschäfte." Kose gar-ten. Auch das in der Schriftsprache noch nicht sehr ge-bräuchliche abaschern druckt den Begriff des Fatigirens,aber verstärkt, a»s. Ich habe mich dabei so abgeäschert,sagt man, daß ich kaum noch auf den Füßen stehen kann.Nach Hepnatz'ens Bemerkung wird auch das einfa-che äschern in diesem Sinne gebraucht, welches Stie-let und Frisch nur in seiner eigentlichen Bedeutung,für macerare, mürbe oder gahr beizen, aufgenommenhaben. Da das Wort von Asche abstammt, so scheintA d. Unrecht zu haben, wenn er es nicht mit a, son-dern mit e geschrieben-wissen will. In Westfalen sprichtman askern, in andern Gegenden aspern und wiederumin andern axtern dafür. Jener dritten Aussprache ge-mäß hat Gleim es gebraucht:

Der lose Gast (Amor)

Wird im Vertrauen mir zur Last.

Er aspert mich, so viel er kann;

Denn was er siehet, steht ihm an.

G erst» er bemerkt, daß eben dieser Dichter, auch Bor-tz ek, in Anakreons zehnter Ode die Worte Egco-r«7rxvTog£HTx durchEros, der mich askert" übersetzthaben.

Fatuität, die Albernheit, Narrheit.

Fatum, das Schicksal, Verhangniß.

Fausse couche (spr. soff' Kusch), die Fehlgeburt (wieFehlschluß, Fehlschuß). Im gemeinen Leben ist Um-schlag «blich.

Faute (spr. Fohl'), der Fehler, das Versehen.

Fauteuil (spr. Fotölj'), cin Armstnhl, Armsessel, Lehn-st» hl.

Faux (spr. Foh), falsch, unecht. Aus diesem Franz.Worte hat man das seinsollcnde Deutsche, fosch, ge-bildet, womit die Gärtner z. B. das Unechte oder Aus-geartete bezeichnen. Unter diesem Kohle ist viel Fosches,sagen sie. Warum den nicht viel Unechtes, viel Aus-geartetes?

Faux-brillant (spr. Fohbrilljang), eigentlich ein falscherGlanz - oder Edelstein; uneigentlich, falscher oder un-achter Schimmer.

Faux fraix oder frais (spr. foh Früh), Nebenkosten; ei-gentlich (nach dem Franz. Gebrauche deskaux in faux-pas, faux-bond, kaux-jour u. s. w.) falsche, d.i. un-vorhergesehene, ungehörige oder nicht nothwendige, unddaher lästige, Kosten. Da nun diese Begriffe durch un-sere Vorsilbe un ausgedruckt werden: so schlug ich vor,dem uns sonst ganz übcrßüssigen Worte Unkosten die nä-here Bestimmung zu geben, daß dadurch die faux frais,so wie die frais durch Kosten bezeichnet würden; so daßman also z. B. die Unkosten belaufen sich höher, als

Fave

die Kosten, sagen würde. Ich wußte nicht, indem ichdiesen Vorschlag that, daß ich schon Frisch'en zumVorgänger darin gehabt hatte.Die meisten, sagt die-ser, vermengen die Wörter Kosten und Unkosten, abernach dem blinden Gebrauch. Unkosten sind unnöthigeKosten, die nicht sein sollten, unmäßige, überfiüssigeKosten;" also auch Kosten, auf die man nicht gerechnetharte, kaux frais. Man hat von diesem Faux nochverschiedene andere Zusammensetzungen, deren sich dieDeutschen Sprachforscher gleichfalls zu bedienen pflegen,z.B. Fanx-feu, Faux-fuyant, Foux-jour, Faux-pas, Faux pli, Faux brillant, u. s. w., wofür wirBlickfeuer, Ausflucht, falsches Licht, Fehltritt, fal-sche oder unrechte Falte, Flitterwcrk u. s. w. sagen können.

Faveur (spr. Fawöhr), die Gunst, Gunsibezeugnng. Enfaveur, zu Gunsten, zum Vortheil oder zum Besten.

Favorable (spr. faworabl), günstig; z. B. solches Wet-ter, solche Gesinnungen.

Favorisiren, begünstigen.

Favorit, der Günstling. Die Zusammensetzungen mitFavorit, z. B. Favoritpserd, Favoritspeife u. s. w.können mir durch ähnliche Zusammensetzungen mir Leibverdeutschen; das Leibpferd, das Leibgericht, u. s. w.Auch mit Liebling: ein Licblingsgeschast, Lieblings-buch rc.

Favoritinn, die Günstlinginn.Er schickte derPotomak,einer Günstlinginn des Tootasa, noch zuletzt ein Ge-schenk.^ kleine Bleifen.

Fax et tuba, wörtlich, die Fackel und die Trompete,uneigentlich, der Anführer, der Rädelsführer.

Fayence (spr. Fajangß'), unechtes oder Halbporcellan.Der Name rührt von der Jtal. Stadt Faenza her, wodiese Thon-arbeit erfunden ward. In England macht manetwas ähnliches aus zerstoßenen Feuersteinen, welches da-her Steingut genannt wird. Nach der Aehnlichkeit mitdiesem (welches auch^Ved^vood genannt wird) könn-te man jenes Faenzergut nennen.

Febridtant, der Fieberkranke.

Febricitiren, das Fieber haben, mit einemWorte, fie-bern. Dieses letzte kann man aber von Kranken nurdann sagen, wenn sie vom Fieber wirklich angegriffenwerden; jenes auch außer der Zeit des Anfalls.

Febrilisch, fieberhaft, fieber-artig.

Februar, der Hornung, d.i. derKothmonat, vonklor,der Koth. Die Neufranken haben den mit dem Februargrößtentheils zusammenfallenden Monat, dcnRegemno-nat, Pluviose, genannt. S. April. Hornung istübrigens das einzige Wort in ung mit dem männlichenGeschlechte; und Ramlers Vermuthung, daß mandiese Ausnahme deswegen beliebt habe, um diesen Mo-nat den übrigen, welche alle männlich sind, gleich zumachen, scheint mir gegründet zu sein. Nicht so natür-lich kommt mir seine Herleitung deS Worts Hornungvon Horn vor,weil vielleicht die alten Deutschen im

Februar,