Druckschrift 
2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

Fata

Fata

Fati

Fare

Farce (spr. Farß'), i. eine Posse, oder ctrt Possenfpiel;2. in der Kochkunst, wo es kleingehacktes Fleisch bedeu-tet, welches mit andern Zuthaten, vermischt, zum Aus-füllen gebraucht wird. Man pftegt dafür, aber unrich-tig, Gefülltes zu sagen. Die farcirte Sache sollte ge-füllt, die Farce aberGefüllsel, abgekürzt, Füllsel hei-ßen.Ich finde beim Nachschlagen, daßAd. disWort,so wie auch das abgekürzte Füllsel schon hat, und fürdie anständigere Sprcch-art Fülle empfiehlt.

Farcirt, Franz, farci, gefüllt.

Fainös, mehlicht.

Farouche (spr. farusch'), wild und scheu oder schüchtern.

Fasanerie. Kinderling hat Fasanenhaus dafür ange-setzt. Weil aber die Fasanen nicht in einem Hause, son-dern im Freien, in einem Garten oder Gehege, gehal-ten werden: so müssen wir wol Fasanengarten oder Fa-sanengchege sagen.

Faschine Reisbündel, Strauchbündel, Wase und Welle.

Fascikel, ein Bündel.

Fas et Nefas , Recht und Unrecht. Er hat per fas etnefas ein großes Vermögen erworben, d. i. auf allerleiWegen, durch rechtmäßige und unrechtmäßige Mittel.

Fassette. S. Facette.

Fassettirt. S. Facettirt.

Fassonuiren. S. Faconniren.

Faste, die Pracht, der Prunk, das Gepränge.

Fastuös, prunkhast.

Fat, als Sachwort, ein Geck; als Bei-und Nebenwork,geckhaft, albern. Man kennt den witzigen Unterschied,den einst K astn er zwischen 8ot (Narr) und Far (Geck)gemacht haben soll.8ot, sagte er, bedeutet einen jun-gen Deutschen, der nach Paris reiset, und Fat einenjungen Deutschen, der von Paris zurückkommt. Kantbestimmt willkührlich, wie es scheint, die Wörter Geckund Lasse dahin, daß jenes einen alten, dieses einenjungen Narren bedeuten soll. Man redet aber auch vonjungen Gecken.

Fatal, i. schlimm oder mißlich, z. B. in einer solchenLage sein; 2. zuwider oder unausstehlich, z. B. derMensch ist mir fatal; 3. leidig, z. 23 . in folgenden Stel-len eines Schriftstellers, der sonst kein Freund von Sprach-mengcrei war:Girard sagt in der Vorrede zu seinenSynonymen, daß er durch diese Bestimmungen ähnlichscheinender Wörter die Fatalen (leidigen) ä peu presaus der Sprache verbannen wolle." Mackensen.Un-tersuchungen, wie sie hier geliefert werden, gehen aufweiter nichts auö, als das fatale (leidige) es verstehtsich von selbst zu vertreiben, welches in der DeutschenSprache eine Hauptrolle zu spielen scheint." Ebend. inden Beitragen zur Kritik der Sprache. In eben die-sem Sinne gebrauchen wir auch das Wort unselig. Sei«'ne unselige Geschäftigkeit wird alles verderben. 4. Un->glückbringend, unglücksschwanger oder verderblich, wo-2. Band.

für wir auch unglücklich sagen, z. B. der unglücklicheoder verderbliche Krieg.Der unglücksschwangere Be-such." Oert el. Eins oder das andere hätte auch R a m-lcr in folgender, dieses Dichters unwürdigen Ucbcrse-tzung des fatale lignum in Horaz'ens Ode gebrau-chen können:

- dich, du fatales, dichAus- deines - unbescholtnen - Herren -Scheitel-zu stürzen - verdammtes-Hol; du!

Dich, unglückschwang'res Holz, bestimmt aus deinesHerren u. s. w. wäre Deutscher gewesen, und hätte keineso ungeheuere Zusammensetzung gegeben, als diese bei-den wunderbaren Verse jetzt darbieten.

Fatal wird aber bekanntlich im Lateinischen nicht bloßin böser, sondern auch in guter Bedeutung genommen,wie z. B. wenn Cicero sagt: Meus consulatus adsalutem reip. puope fatalis fuit. Es heißt also auchüberhaupt: vom Schicksale bestimmt oder ersehen; wo-für wir auch verhängnisvoll sagen können.Er schriebmir jenenvcrhängnißvvllenBrief." Ionisch. Auch daöSachwort, Schickung, oder göttliche Schickung kanndie Stelle desselben, wenn es in diesem Sinne genom-men wird, vertreten.Meine Staatsverwaltung ist fastfür eine göttliche Schickung zur Rettung des Gemeinwe-sens zu halten;" hätte Cicero vielleicht gesagt, wenner Deutsch geredet hätte.

Der Verfasser eines Gedichtes im Deutschen Merkur(Jän. 179,5) macht von dem Worte fatal, in dieser sei-ner Lateinischen Doppelbedeutung, einen gar merkwür-digen Gebrauch, indem er einen König mit: FatalesÄZunder unsrer Zeit! anredet; und diesen Gebrauch ineiner Anmerkung mit.Ramiers Beispiele zu rechtfer-tigen sucht. Man sieht, was für Folgen es haben kann,wenn unsere edleren Schiftsteller sich zuweilen eine Nach-läßigkeit im Ausdrucke erlauben!

Fatale, in der Mehrzahl, Fatalia, bedeutet in der Rechts^spräche, cineFrist, binnen welcher etwas geschehen odergeleistet werden muß, wenn nicht für die Person, dereine solche Frist zuerkannt worden ist, etwas nachthcili-ges erfolgen soll. In dem Encyclopedischcn Wörterbucheist das Deutsche Wort Nothfrist dafür angesetzt worden.Fatalismus, die Verhangnißlehre.

Fatalist, ein Freund oder Anhänger der Verhangnißleh-rc, ein Verhangnißlehrer oder Verhangnißglaubiger.Fatalität, Unglück, Mißgeschick, Widerwärtigkeit, Schi-ckung, Verhängnis.

Fatigant, Franz, fatiguant. S. Fatigiren.

Fatigue, oder garFatik geschrieben, wie einige, beson-ders Obcrsachsen, es seit einiger Zeit einführen möchten;die Beschwerlichkeit, ermüdende Anstrengung.Fatigiren, ermüden, angreifen. Dichter können auchdas veraltete abmühen dafür gebrauchen, welches nichtbloß bei Opitz, sondern auch bei neuern Dichtern vor-kommt :

B Nun