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2 (1808) F - Z
Entstehung
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Fant

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«j, i.> b) Wenn von Fantasien in der Tonkunst' die Rede ist, wo man Stücke aus dem Stegereift ge-spielt, so wie gerade die Empfindung oder die Launedes Künstlers sie an die Hand gibt, darunter versteht.Hier könnte man vielleicht. Launenspiel dafür sagen, c)Wenn die unregelmäßigen Vorstellungen eines Krankengemeint werden. Dafür weiß ich zwar, .,ausi?r den obenangeführten allgemeinen Wörtern, kein eigenes Deut-sches Sachwort anzugeben; allein es scheint auch, daßwir eines solchen füglich entbehren können, weil wirdie R. a. Fantasien haben nur in das. Zeitwort 'fan-tasiren zu verwandeln brauchen, wofür der DeutscheAusdruck (S. FanwÄrei,)'nachgewiesen werden soll.

Fantasiren oder phantäsiren; 1. imMgemei.nen: Er-scheinungen haben / Gesichte sehen,, Luftgestalten oderLnftgeinahlde bilden, Luftbilder, Trugbilder, Hirn-gespinste und Hirngcburten erzeugen. 2. Von Krankengesagt: faseln, irre reden, beirichtig fein. Diese letzteR. a. hört man im N. D. In eben dieser Mund-arthat man auch das Zeitwort mimcrn, und die R. «. inder Munerer liegen. S. Richep. Ehemahls sagteman auch fanzen dafür, welches noch in. Firlefanz undAlfanz lebt, und woraus faseln entstanden zu seinscheint. Zu dem Worte faseln merkte ich in der Preis-schrift an: daß, da es auch häufig von den thörichtenReden und Handlungen der Gecken gebraucht würde,man wol Bedenken tragen möchte, sich seiner in Bezugauf solche Kranken, die man schätzt und liebt,, zu be-dienen. Diesen Zweifel suchte Stutz in dem Moritzi-schcn Wörtcrbuchc durch folgende Bemerkung zu heben:Man hat dis Wort vermuthlich nicht von dem Geckenauf den Kranken, sondern von dem Kranken auf denGecken übergetragen. Den Kranken »rächt es nicht ver-ächtlich , wenn ihn die Wuth der Krankheit um. dieGegenwart seines Geistes bringt; aber den Geckenschändet es, wenn er sich selbst in den Zustand einessolchen Kranken versetzet." 3. Von Tonkünstlern gesagt,für diejenige Art des Spiels, da sie kein durch Notenvorgeschriebenes Stück spielen, sondern sich ihren Em-pfindungen und Launen überlassen, und diese auszu-drucken suchen. Er spielt ein Launenstnck, könnte mansagen.

Es war übrigens eine eben so unnütze als. grundloseUnterscheidung, wenn man dieses fremde Wort in derersten und dritten Bedeutung phantasiren , in der zwei-ten aber santasiren zu schreiben einführen wollte. Wirhaben es in jeder Bedeutung zunächst aus dem Franzö-sischen entlehnt, und können es daher auch überall mitF schreiben, undes überall entbehren.

Fantast, ein Schwärmer. Rüdiger hat Einbildlingdafür gebildet:Seitdem unsere Sprache nur einige Bil-dung erhalten hat, glaubten auch die Einbildlinge u. s.w." Man könnte auch, so wie man vou jagen, ^mah-len und dichten, Jäger, Mahler und Dichter abgelei-

tet hat, Einbildet von einbilden ableiten. Mein auseben dem Grunde, aus ivelchen wir von bilden, nichtderBilder,/ sondern herBildner abgeleitet haben, scheintauch djese Ableitnng Pcrwcrstich,zu sein; weil man näm-lich bei Bilder in Versuchung gerathen könnte, es für. die Mehrzahl von BiA zu halten. Herder nennt dieFantasien Hirnweb.-r. Allein da, wir für Fantasienicht Hirngcwcbe, -sondern Hirngespinnst.zu.sagen pfle-gen: so wurde man den Fantasten woi eher. einen Hirn-

. fpinner nennen müssen.. Ich gestehe aber,, daß'mir.we-der chfefer, noch jener Ausdruck gefallen will. BeiHirn-gespinust hat der .öftere Gebrauch das Bildliche des Aus-drucks in unserer Vorstellung schon verdunkelt; beiHirn-- weder oder Hirnspinner hingegen,., stehen '/weil es neueAusdrücke sind, Weberstuhl, und Spinnrad vor unsererEinbildungskraft',, und es wäre übcrdis wol möglich.dass jemand dabei eher an einen,. der Hirn oder Gehirnwebet oder. spinnt, als.an einen Fantasten dächte, des-sen Gehirn oder Po-rsiellungskrast die Fertigkeit, Fanta-sien zu bilden, angcnoigmen hak. .Die ähnlichen Aus-drücke,, Tuchweber und ^Garnsvinner würden dazu be-rcchtigen.

Fantasirer, in der Tonkunst, einer, der aus dem Ste-

/ gerpife, nach freier Willkühr spielt. Wenn. Launenspielfür Fantasie in dieser Bedeutung genehmiget würde, sokönnte man jenes durch Launenspieler verdeutschen.

Fantastisch, wird nie in gutem, sondern immer in schlim-men Sinne genommen. Es kommt sowol im gemeinen

. Leben, als in den schönen Künsten vor, und deutet im-mer auf eine verkehrte oder ausschweifende Anwendungder Dichtkrast oder Fantasie. Die Ausdrücke einbtl-disch und embildcrisch, welche einige dafür gebrauchen,scheinen mir weder sprachrccht, noch, ihrer unausstehli-chen Rauheit und Härte wegen, annehmlich zu sein. Wasbesonders den ersten Fehler betrifft, so behauptet zwarAd. (unter Jsch) daß die mit dieser Endsilbe versehenenBei-und Nebenwörtcr, nicht bloß von Sachwörlen (Sub-stantivis), sondern auch von Zeitwörtern (Verbis)abgeleitet würden'; allein das Letzte scheint mir ein Irr-thum zu sein. Ich. finde in unserer ganzen Sprache auchnicht ein einziges Wort aus dieser Klasse, welches auseinem Zeitworte gebildet wäre; und Ad. selbst hat un-ter den vielen Wörtern in isch, die er in jenem Artikelanführt, auch nicht ciy einziges angegeben, welches die-se Abstammung verriethe. Da wir nun weder Einbild,noch Einbildet in unserer Sprache haben, so können wirauch nicht einbildisch und einbi-lderisch sagen. Mansagt: er macht sich fantastische Hoffnungen;. das Wun-derbare artet bei ihm ins Fantastische aus. Unserwunderlich, sonderbar und besonders seltsam machendiesen fremden Ausdruck völlig entbehrlich.Er machtsich wunderliche oder sonderbare Hoffnungen. Das Wun-derbare artet bei diesem Dichter immer ins Seltsame aus."

Fantoni. ©.Fantasie.^ 1, Wir sagen auch Gespenst dafür.

Farce