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2 (1808) F - Z
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Fant

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fügte hinzu: er verdiene deswegen Beifall, weil er zurgleich die Quelle der Wuth anzeige. Kinderlinghingegen findet ihn zu stark; allein i. habe ich dasWort ausdrücklich für die hohem Grade des Fanatis-mus vorgeschlagen; und 2. scheint mir ein wildcre-Ausdruck weder nöthig, noch rathfam zu sein, weil je-ne Seuche sich bekanntlich von jeher als eine Akt vonWuth gezeigt, und der Menschheit mehr, als irgend ei-ne andere Art von Tollheit, geschadet hat. Glaubens-raserei habe ich in der Entdeckung von Amerika ge-braucht:Was Aberglaube und Fanatismus, odcrGlau-bcnsraserci/ heißt." Auch Kant hat den Ausdruck ra-sen, in Bezug auf Schwärmer gebraucht, nicht zu starkgesunden. Er erklärt diese Scclcnkrankhcit durchdenWahn, über alle Gränzen der Sinnlichkeit hinaus, d.j. nach Grundsätzen ( mit Vernunft) rasen zu wollen."Wenn Fanatismus uncigentlich von einer andern, alsreligiösen, z. B. von politischer Schwärmerei gebrauchtwird: so kann man Meinungswuth dafür sagen.

Fanfaren (spr. Fangfarong), als Sachwort, ein Prah-ler, Großthuer, Großsprecher, Windbeutel. Wie-land gebraucht einmahl im Shakespear den AusdruckSausewind dafür. Als Beilcgungswort, wird es durch. ruhmredig, prahlerisch, großthuig und großthuerischersetzt.

Fanfaronade, die Prahlerei, Großsprecherei, Groß-thuerei, Aufschneiderei, Windbeutelei.

Fanfaroniren, aufschneiden, windbeuteln.

Fantasie oder Phantasie. 1. Als Benennung einer See-lenkraft. Im gemeinen Leben werden Fantasie undImagination oft als gleichbedeutende Wörter gebraucht;stc verdienen aber, wenn man genau reden will, un-terschieden zu werden. Imagination ist der Stamm,Fantasie ein Ast desselben. Jene bezeichnet das Ver-mögen der Seele, Empfindungen und Vorstellungen vonabwesenden Gegenständen zu haben, oder vergangeneEmpfindungen und Vorstellungen in sich zu erneuern,deren Aufbewahrung und Wicdererkcnnung das Geschäftdes Gedächtnisses ist. Fantasie hingegen ist eine, je-ner untergeordnete Kraft, aus einzelnen dergleichen ehe-mahligen Empfindungen und Vorstellungen ein neuesGanzes zu bilden, welches, als solches, keinen wirkli-chen Gegenstand unter uns hat. Für Imagination ha-ben wir Einbildungskraft; aber Einbildung schlecht-weg scheint, nachdem bisherigenSprachgebrauche, bloßein Erzeugnis der Fantasie (phantasma) auszudru-cken. Für Fantasie, als Kraft betrachtet, und in dervon mir bestimmten Bedeutung genommen. Hatten wirbisher keinen Deutschen Namen; wir können aber, glau-be ich, füglich Dichtkraft dafür sagen. Dis bedeutetzwar auch das Vermögen zu dichten oder Gedichte zumachen; allein das, was den Dichter zum Dichtermacht, ist ja auch nichts anders alsFantasie, diedaher auch in diesem Sinne Dichtkraft genannt zu wer-

den verdient.Die durch häufiges Lesen schöngcisteri-scher Schriften ihrer Einbildungs- und Dichtkraft ei-nen für die übrigen Seelcnkräfte nachtheiligen Schwunggaben." Thcophron. Wo es nicht aus wisseuschaft-liche Genauigkeit ankommt, mag man auch immer dasWort Einbildungskraft, mit einem näher bestimmendenBeiworte- z. B. schöpferische Einbildungskraft, undwenn sie unregelmäßige Einbildungen erzeugt, kranke,ausschweifende oder überspannte Einbildungskraft, auchdie Einbildung schlechtweg, dafür gebrauchen.

Kant redet zwar an dem einen Qrte von der Fan-tasie, und an dem andern von einer Dichtungskraftso, daß es das Ansehen hat, als halte er beide nichtfür einerlei, sondern für besondere und von einanderverschiedene Seclenkräfte; allein die Erklärungen, wel-che er von beiden gegeben hat, lassen keinen Zweifelübrig, daß er unter verschiedener Benennung eine undebendieselbe Kraft beschreibt: Fantasie,das Vermö-gen , aus den Empfindungen eine Erscheinung zu ma-chen ;" was heißt das anders, als das Vermögen, ein-zelne Empfindungen so zusammenzustellen, daß aus ih-rer Zusammensetzung ein Bild entsteht? Die Dich-tungskraft;die Einbildungskraft, insofern sie durchzufällige Umstände geleitet, neue Anschauungen produ-cirt (hervorbringt), denen (welchen) weder im Allge-meinen, noch im Besondern ein Gegenstand der Sinneentspricht;" was heißt das anders, als das Vermögen,aus einzelnen Empsindungen, durch willkürliche Zusam-menstellung und Verbindung, neue Erscheinungen zumachen? Uebrigens scheinen in dem Sprachgebrauchedieses Weltweisen Einbildungskraft und Fantasie gleich-bedeutende Wörter zu sein, weil er, indem er jenes er-klärt, dieses in Klammern eingeschlossen hinzufügt. Al-lein die oben angegebene Unterscheidung ist dem älternSprachgebrauche gemäß, und hat ihren guten Grund.

2. Für die Wirkung der mit dem Namen Fantasiebezeichneten Scelenkraft (für Phantasma) genommen.Hier sind drei Fälle zu unterscheiden; a) wenn im All-gemeinen, und ohne nähere Bestimmung davon geredetwird. Dann können wir entweder Luftgestalt, Luft-bild, Hirugespinst, Hirngeburt, Erscheinung, Einbil-dung und Dichtung, oder mit Kind erling'cn Trug-bild, mit Göthe'n Luftgemähldc, mit dem Verf.der Sagen der Vorzeit Bildwerk, mit Wie-land'en Luftgesicht dafür sagen:Sie bildeten einso wunderliches Luftgemahlde, daß Fata Morgagnaselbst es nicht seltsamer hätte durch einander wirken kön-nen." Gölhe.Das Geschehene fei bloß ein Bildwerkgeistiger Verzücktheit." Wächter.

Wie Schade, wär' es nur ein schönes Lustge--

ficht!"

Wi e lan d.

L uther hat auch Gesicht, und in der Mehrzahl Ge-sichte dafür:Eure Jünglinge sollen Gesichte sehen.

Ioel