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2 (1808) F - Z
Entstehung
Seite
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Fade

Fago

Fais 3

wie wohlschmeckend, was gut schmeckt. Aber wie, wennMan (mit der nämlichen Bedeutung) abgeschmackt sagenwollte: was durch häufiges Schmecken, durch langenGebrauch, überhaupt durch die Lange der Zeit, abge-braust, verdorben, unnütz, mißfällig, widerlich gewor-den ist? llngeschmackt (denn so sagt man in Schwa-ben), >vas nicht geschmeckt worden ist oder wird, weilman es nicht schmecken, ihm keinen Geschmack abgewin-nen kann? Geschmückt wäre alsdann, was geschmecktist, weil es geschmeckt werden kann, weil es schmack-haft ist, und daher: was schmackhaft ist, oder Geschmackhak. Nicht nur ehemahls und noch am Ende dcS vori-gen Jahrhunderts, wie in den Beitragen gesagt wird ,sagte man, schmackeu; sondern auch noch jetzt hört mandas a in dem Worte; freilich nur beim Pöbel. Esschmackt gut, ich habe davon geschmückt, sagt das ge-meine Schwäbische Volk, sowol für: es schmeckt, ichhabe geschmeckt, als auch für: es riecht, ich habe ge-rochen."

Indessen finde ich eine andere Ableitung jener Wör-ter wahrscheinlicher und natürlicher. Nach dieser kämensie nicht vom Zeitworte schmecken , sondern vom Sach-worte Geschmack. Daß von Sachwörtcrn mancheparticipia passiva gebildet find, das beweisen z. B.folgende: gesinnt von Sinn, geschickt von Geschick (ge-wiß nicht von schicken), geflügelt von Flügel, gesittetvon Sitte, gestirnt von Gestirn, gerecht von Recht,gestaltet von Gestalt, und viele andere mit der Vor-silbe be, z. B. begabt, begütert, behaart, beherzt, be-jahrt, betagt, bekandt (vermuthlich von Kunde, bekun-det, gewiß nicht von kennen oder bekennen), belebt (be-leben ist gewiß stärker als belebt), benachbart, benö-thigct, beredt, berüchtigt; und so auch andere mitandern Vorsilben: umwölkt, verschuldet (mit Schul-den überhäuft)," Der Verf. hätte unter andern auchnoch folgende Beispiele hinzufügen können: gehörnt vonHorn, bereift von Reif, bebändert von Band, besterntvon Stern, beschuht von Schuh, gestiefelt von Stie-fel, benannt von Name, begütert von Güter, befreun-det von Freund, beblecht von Blech, beritten von Ritt,Bediensteter, zusammengezogeu Bedienter, von Dienst,umflort von Flor, umnebelt von Nebel, und eine Men-ge anderer. Bei den meisten dieser Wörter gibt es nichtbloß keine Zeitwörter, von welchen sie abgeleitet seinkönnten, sondern es kann auch keine geben; und dar-aus scheint unwidersprechllch zu folgen, daß man sievon Sachwörtcrn abgeleitet hat. Der Verf. fährt fort:Diese Wörter haben alle die Bedeutung: versehenmit habend z. B. geschickt, was Geschick hat,mir Geschick versehen ist. Und so, zlaube ich, kom-men nun auch die Wörter (geschmückt), abgeschmacktund ungeschmackt von dem Sachworre Geschmack. Ge-schmacks hieße also: was Geschmack hat, mit Geschmackversehen ist, dem Geschmack gegeben ist; ungeschmackt,

was nicht mit Geschmack versehen ist, keinen Geschmäckhat, dem kein Geschmack gegeben ist; abgeschmackt,was nicht mehr Geschmack oder keinen Geschmack mehrhat, dem der Geschmack genommen ist. So genommen,könnte man diese Wörter imluerhin lassen, ohne sie gc-gen geschmäck, abgeschmack und ungeschmack auszu-tauschen, vor welchen sie ohnehin den Besitzstand vor-aus haben; wenigstens sind sie, wären auch die letzten,wirklich gebräuchlich (wofür sie A d. anerkennt) doch noch.gebräuchlicher."

Wenn diese Bemerknugen, die in jedem Fasse dieAufmerksamkeit der Sprachforscher zu verdieneu schei-nen, nach genauerer Prüfung richtig befunden werdensollen, so würde die Behauptung wegfasscii: daß wir,gleich den Lateinern bei ihren sogenannten Deponen-tibus, manchen Wechftlwörtcrn (Participiis) mit derleidentlichen (passiven) Form, wie j. B. beredt, be-ritten , bedient, besorgt, u. s. w. die thätige (active)Bedeutung beigelegt haben sollen; eine Behauptung,wodurch im Grunde nichts erklärt, sondern nur gesagtwird, man habe diese, immer selisamc Verwechselungder Formen und Bedeutungen nun einmahl, man wissenicht warum, in unserer Sprache beliebt. Nach obigerHerleikung wären nun diese Wörter, welche man bis-her unrichtig für Participia gehalten hätte, weiter nichtsals Bcilegungswörter (.Adjectiva), von Sachwörtcrnabgeleitet, welche nur zufällig die Form des Participiipassivi bekommen hatten; und nun wäre es auf ein-mahl klar, warum sie, trotz diefer Form, dennoch keineleidentlichc, sondern eine thätige, Bedeutung haben.

Ich füge endlich noch hinzu, daß man in einigen Fäl-len auch wol kahl für kacke sagen kann.Ein kahler,marklofer Mensch." L a v a t e r. Wenn aber Lessingdieses kahl in ebenderselben Bedeutung mit klingen ver-bindet.das würde sehr kahl klingen." so scheintdas keine natürliche Verbindung zu sein. Das Kahlekann nur gesehen und gefühlt, nicht gehört, also auchnicht mit klingen verbunden werden.

Fttgot, die Baßvftifc,' oder der Blaftbaß. S. Rasson.

Fagntist, der Baßpfeifcr.

Faineantise (spr.Fänehangticf'), die Fautlenzcrci; edler,die Nichtsthuerei, der Müssiggang.

Faisabel, Franz, faisable. ©elf(Tun, daß man, dcrSprach-ahnlichkeit zuwider, lieber thunlich , als thulich dafürhat sagen wollen, da doch jedermann erbaulich, schreck-lich, anschaulich, erfreulich u. s. w., und niemand er«baunlich, schreckenlich, anschaunlich und erfrcunlichspricht. Ich bin nicht der erste, dem diese Ungchörig-keit aufgefallen ist; Hcyn atz hat schon im Aittibarba-rus aufmerksam darauf gemacht; und Wieland istuns in der neuen Ausgabe des Amadis mit dem löbli-chen Beispiele vorgegangen, thulich zu setzen, wo vor-her thunlich stand:

Wofern es thulich ist.

Ad.

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