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2 (1808) F - Z
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Facti

Fade

Fact

vielfältiger. Andere, z.'D. Catel, haben Mehrer da-für angesetzt. 2. Factor (die letzte Silbe gedehnt), einGeschäftsführer oder Handlungsvorsteher, der aber dieGeschäfte nicht für sich, sondern für einen andern macht.

Factorei, 1. die Wohnung eines Factor« oder Ge-schäftsführers; 2. ein Handlungshaus, welches jemandan einem andern Orte hat, dem also auch ein andererin seinem Namen, und nicht er selbst vorsteht. DieEngländer z. B. haben Handlungshäuscr (Facloreicn)in verschiedenen Gegenden Asiens, die nicht unter ihrerBothmäßigkeit stehen.

Fac totum. Stutz sagt:Mach alles ist die wörtlicheUcbcrsctzuiig dieser fremden Wörter, die als ein Sub-stantiv (Sachwork) gebraucht werden können, einen Mach-allcs einen Menschen zu bezeichnen, auf welchem ingewissen Geschäften alles beruhet, oder der sich alleszu tragen einbildet, und als ein solcher sich brüstet.Alles, oder vielmehr Alles in allem sind dafür schongebräuchlich. Er ist Alles, Alles in allem, er gilt al-les." Da Fnc totum, als ein scherzhafter Ausdruck,nur in der gemeinen und vertraulichen Sprecssart vor-kommen kann: so scheint mir der, durch wörtliche Ucber-setzung gebildete Scherz-ausdruck, der Mach-allcs(nachSpringftns-Fcld, Vergifi-meiu-nicht u. s. w. gebildet)füglich dafür gesetzt werden zu können. In eben dem To-ne, worin Fnc totuin gilt, könnte man auch Allma-cher oder Allthuer dafür sagen. Er ist der Allmacher indiesem Hause. Er wurde bald, durch feine eingreifendeGeschäftigkeit, der Allthuer des Hauses.

Factur oder Faetura, die Waarcnrechnung, d. i. eineRechnung über Waaren, die für einen andern einge-kauft sind, und diesem nun mit Angabe der Preise, derKosten, des MaßcS oder Gewichtes, zugesandt werden.Einige Kaufleute nennen unrichtig (S. Terminologie fürdie Handlung) alle ihre Rechnungen Faeturcn.

Faeturdlkch, ein Waarenrechuungsbuch, d. i. ein Buch,in welches die einlaufenden oder abgehenden Waarcn-rcchnungen (Facturen) eingetragen werden.

Fakultät, r. die Fähigkeit, das Vermögen; so verstan-den, wie es in der Sprache der Hochschulen genom-men wird, könnte man es füglich durch Zunft oderauch durch Bank (wie die Grafenbank beim Reichs-tage) übersetzen. Die Zunft oder Bank der Goltcsge-lchrten , der Aerzte u.,s. w. Bank' hat Claudius schonin seiner Reise nach Japan, rühmlichen Andenkens, indiesem Sinne gebraucht, indem er L essi n g'cn auf dieBank der Philosophen fetzt. Daß der Ausdruck Zunftfowol in weiterer, als engerer Bedeutung genommenwerden kann, entweder alle Gelehrten eines und ebendesselben Faches zusammengenommen, oder auch nur dieauf einer und ebenderselben Hochschule zusammenle-benden und lehrenden eines und ebendesselben Faches,damit zu bezeichnen, macht keine Schwierigkeit, weildis der nämliche Fall mit dem fremden Worte Fa-

Fada

cultät auch ist. Der Zusammenhang gibt die nähere Be-stimmung.

Einige Sprachlehrer,;. B. R ü d i g e r und H c y n a tz,haben Zunft für Facul tät schon angenommen. Dererste sagt: die Gottlehrerzunft für die theologischeFacul tät. Minder fremd wird die Zunft der Gottes-gelehrtcn klingen. Auch bei einigen Dichtern findet manschon Zunft in dieser Bedeutung:

Sophismen! ruft die Philosophenzunft. Falk.

Fadaise (spr. Fadäse), Albernheit. Ad. hat auch dasWort Alhcrkeit, wobei er aber schon selbst bemerkt hat,daß es minder gebräuchlich als Albernheit sei. Mansagt auch, wiewol etwas hart und schwerfällig, die Ab-geschmacktheit. Oft dürfte auch Geckerci dafür passen,besonders wenn von scherzhaften Albernheiten die Redeist; so wie wir auch das Zeitwort gecken für Fadai-sen machen gebrauchen können. Nach Ad. findet sichdieses nur im gemeinen Leben einiger Gegenden; alleii»es ist auch der guten Schriftsprache nicht fremd:

Mit losen Schmeicheleien gecken.

Burkard Waldis.Ausgezischt und ausgcdudcltJeden Witzkumpan,

Der nur geckt und neckt und sprudeltMit gefletschtem Zahn.

Boß.

Fade, in eigentlicher und uneigentlicher Bedeutung, ab-geschmackt, fchaal und matt, z. D. dergleichen Speise,dergleichen Getränk, dergleichen Witz. Abgeschmackt istunter diesen Ausdrücken der stärkste, weil er nicht bloßauf Mangel an Wohlgeschmack, oder auf bloßen Ver-lust desselben, sondern auch auf Ucbelschmack deutet,vermöge der Kraft, welche die Vorsilbe ab auch in an-dern Wörtern, z. B. in Abgunst, Abgott, Abgrundu. s. w., hat. Heynatz hat (indem synonymischenWörterbuche) auch auf das O. D. Wort ungcschmacktaufmerksam grmacht, welches nicht bloß den Mangelan gutem Geschmacke, sondern auch etwas schlechtschme-ckcndcs bezeichnet, und nicht bloß eigentlich, sondernauch uneigentlich gebräuchlich sein soll. Wenn übrigensauch das Wort kacke, wie die Vers. des Brem. Wör-terb. behaupten. Deutschen Ursprungs wäre: so ist cSdoch bei uns zu sehr veraltet, als daß es von Deut-schen, die nicht zugleich Französisch gelernt haben, nochverstanden würde. Es muß daher gegen verständlichereAusdrücke umgetauscht werden.

Der in diesem Werke mehrmahls angeführte Schwä-bische Sprachforscher, Gcrstner, hat mir über dieAusdrücke abgeschmackt und ungeschmackt und über diedamit verwandten Wörter, folgende Bemerkungen mit-getheilt, welche ich meinen Lesern nicht vorenthalten zudürfen glaubte:Abgeschmackt soll, nach Adel. Be-hauptung, für abschmeckend stehen. Dis hieße wol:was nicht mehr schmeckt, oder: was widrig schmeckt;

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