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Glücklicherweise gelang es Zupitza zwei Ratten zur Unter-suchung zu bekommen, welche in verschiedenen Hütten eines ver-seuchten Bananenhains todt aufgefunden waren. Bei diesen beidenThieren fand ich in sämmtlichen Präparaten, namentlich von derMilz, Pestbakterien in ausserordentlicher Menge und in Reinkultur.
Auch künstliche Infektion von Ratten ist versucht und hatgenau zu denselben Resultaten geführt, wie sie in Bombay erhaltensind. Es wurden Ratten mit Blut geimpft, welches aus einem Ein-schnitt in den Bubo gewonnen war, ferner wurden sie mit Milz derPestleiche geimpft und theilweise auch gefüttert. Die Thiere starbensämmtlich nach 2—3 Tagen, hatten blutige Infiltrationen an denImpfstellen, deren benachbarte Lymplidrüsen geschwollen und hämor-rhagisch infi.1 trirt erschienen, die Milz war geschwollen; das Blutund besonders die Milz enthielt ausserordentlich viele Pestbakterien.
Zupitza berichtigt seine früheren Angaben über die Rubwunga-seuche in Folge von neueren und genaueren Mittheilungen derMissionare dahin, dass die Seuche auf diesseitigem Gebiet erst vor7—8 Jahren aufgetreten ist, während sie in dem benachbarten Gebietevon Uganda schon seit etwa 40 Jahren herrscht.
Es ist gerade nicht erfreulich, dass im Gebiet von Deutsch-Ostafrika die Bubonenpest in endemischer Form nachgewiesen ist;aber es ist doch ausserordentlich ndchtig, dass wir über diese That-sache orientirt sind und nunmehr Vorsichtsmaassregeln treffen können,um bevorstehendes Unheil abzuwehren. So lange der Verkehr mitjenem abgelegenen Winkel der Kolonie so unbedeutend bleibt, wiedies augenblicklich der Fall ist, besteht wohl keine Gefahr einesweiteren Umsichgreifens der Seuche. Aber auf jeden Fall wirdauch jetzt schon darauf zu achten sein, dass die vom Norden herins deutsche Gebiet führenden Karawanenstrassen, von denen eineangeblich durch einen Bananenhain gehen soll, von dem verseuchtenGebiet möglichst entfernt gelegt werden. In wie weit an Ort undStelle noch weitere Maassregeln zur Unterdrückung der Seuche zuergreifen sind, wird sich erst nach Rückkehr des Stabsarzt Zupitza,welcher am besten Auskunft über die dortigen Verhältnisse gebenkann, übersehen lassen.