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hofft Stabsarzt Zupitza noch einige Obduktionen später machen zukönnen.
Die Deckglaspräparate und die in Alkohol gebrachten Leiehen-tlieile langten gleich nach meiner Rückkehr vom Usambara-Gebirgewohlbehalten in Daressalam an, und ich fand bei der Untersuchungderselben Folgendes:
In der Milz, Leber und Nieren des obducirten Falles fandensich Pestbakterien in ausserordentlicher Menge und in Reinkultur.Auch das Blut, welches aus dem Einschnitte in den Bubo noch bei Leb-zeiten des Kranken entnommen war, enthielt zahlreiche Pestbakterien.
In dem Fingerblute der übrigen Fälle konnten nur bei zweidie Pestbakterien in sehr geringer Zahl nachgewiesen werden.
Ich habe diese Präparate mit Pestpräparaten aus Bombay ver-glichen und auch nicht den geringsten Unterschied zwischen denPestbakterien aus Kisiba und denjenigen aus Bombay wahrgenommen.Sie gleichen sich in ihren Dimensionen, im Aussehen, im Verhaltenzu Farbstoffen, in der Polfärbung so vollkommen, dass eine weitereBeschreibung der Kisiba-Pestbakterien überflüssig ist.
Da die in Kisiba herrschende Rubwungaseuche ausserdem inBezug auf ihr klinisches Verhalten und ihre hohe Mortalität mit derBubonenpest vollkommen übereinstimmt, so unterliegt es für michkeinem Zweifel mehr, dass es sich hier um die echte Beulenpesthandelt. Meine früher ausgesprochene Vermuthung, dass auch imInnern von Afrika, ebenso wie in Asien, vielleicht seit den ältestenZeiten, ein Pestherd besteht, ist somit vollkommen bestätigt.
Für meine Auffassung spricht nun noch ferner folgender Um-stand.
Bei meinen früheren Erkundigungen über die Rubwungaseuchekonnte ich nichts darüber erfahren, ob zur Zeit der Seuche eineauffallende Sterblichkeit unter den Ratten herrscht. Selbst Zupitzahatte bei seinem früheren Aufenthalt in Bukoba nichts davon gehört.
Jetzt berichtet er dagegen: „In den verseuchten Gegendensterben die Ratten in grosser Zahl; die Leute behaupten auch, dassdiu’ch diese Thiere die Krankheit verschleppt wird, und verlassenihre Hütten, sobald sie das Sterben der Ratten in denselben be-merken.“ Genau dasselbe habe ich in Indien während der Pest-epidemie oft zu hören bekommen.