sind, welche durch die Krankheit bedingt werden, und wie viel Thiereaugenblicklich unter dem Küstenvieh mit Surra behaftet sind. VieleThiere sind schon auf dem Transport zur Küste und bald nachihrer Ankunft zu Grunde gegangen, und von den noch vorhandenenwurden nur die schwerkranken Thiere untersucht, und auch unterdiesen Hessen manche, obwohl die anämische Beschaffenheit desBlutes bestimmten Verdacht auf Surra erweckte, bei der Untersuchungdie Parasiten vermissen; vermuthlich weil die Thiere sich gerade ineiner parasitenfreien Zwischenperiode der Krankheit befanden.
Schon bei den ersten Surra-Befunden fiel es auf, dass die er-krankten Thiere sämmtlich eine und dieselbe Herkunft hatten. Dieverschiedenen Ileerden setzten sich zusammen aus Vieh, welchesaus dem Innern, und zwar aus verschiedenen Gegenden, hauptsäch-lich aber aus Kilimatinde und aus Iringa im viehreichen Uhehe-Lande stammte. Obwohl nun Stallungen und Weide allen diesenTliieren gemeinschaftlich waren, so fanden sich Surra-Kranke dochnur unter dem Vieh aus Iringa. Das Vieh war zu verschiedenenZeiten aus dem Innern gebracht und bald nach seiner Ankunft aufdie einzelnen Stationen vertheilt; auch das Vieh in Barucksruh, einGeschenk des Gouvernements an Baruck, bestand zum Tlieil ausIringa-Rindern. Die einzige Ausnahme schien das in Privatbesitzbefindliche Surra-Rind in Daressalam zu sein, aber beim Nachfragenstellte sich heraus, dass auch dieses Thier von seinem Besitzereinige Zeit vorher aus Iringa mitgebracht war. Es musste somit derVerdacht entstehen, dass die Krankheit aus Iringa stamme. Nachdieser Richtung angestellte Erkundigungen ergaben indessen sehrbald, dass das Vieh im Uhehe-Lande vorzüglich gedeiht und dassdort von der Surra-Krankheit nichts bekannt ist. Es liess sich aberdann weiter in Erfahrung bringen, dass das Vieh auf seinem Wegevon Iringa zur Küste eine Gegend passiren muss, in welcher es un-möglich ist, Vieh zu halten, weil dort alle Thiere bei längerem Auf-enthalte zu Grunde gehen. Es ist dies das Thal des Ruaha-Flusses,und es hat den Anschein, als ob in dieser Gegend der Sitz derKrankheit und die Stelle der Infektion für das auf dem Wege zurKüste befindliche Vieh zu suchen ist. In diesem Falle würde derRuaha für einen Theil des Schutzgebietes eine ähnliche Rolle spielen,wie der Zambesi in Südafrika, welcher bekanntlich durch die an