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Reise-Berichte über Rinderpest, Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse- oder Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, Schwarzwasserfieber
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infieirt werden. So sterben Ratten, deren Augenbindehaut oderNasenschleimhaut mit Kulturmasse nur berührt wurden. Anderei starben an Pest nach Fütterung mit kleinsten Mengen von Pest-

kultur, oder wenn sie die Kadaver ihrer an Pest verendeten Ge-nossen angenagt hatten. Da dies Letztere in der Freiheit bekannt-lich regelmässig geschieht, so wird es begreiflich, dass, wenn diePest erst einige Ratten infieirt hat, sich die Seuche unter ihnen raschi ausbreiten und den ganzen Rattenbestand eines Ortes vernichten

; muss. Dadurch wird es aber auch erklärlich, wie durch Vermitte-

, ( lung der Ratten die Pest von einem Haus in das andere verschleppt

werden kann. Es handelt sich auch hier nicht mehr um Vermuthungensondern, wie die im letzten Berichte erwähnten Befunde an todtenRattenaus Pestlokalitäten beweisen, um Tliatsachen, denen bei der Bekämp-fung der Pest im gegebenen Falle Rechnung getragen werden muss.

Da die im Gange befindlichen Immunisirungsversuche einej theilweise Unterbrechung der experimentellen Arbeiten gestatten,

so beabsichtige ich in Gemeinschaft mit Herrn Geheimrath Gafflcyund Herrn Professor Pfeiffer eine Exkursion nach den North WesternProvinces zu machen. Wir wollen dort Nachforschungen anstellen;i über eine eigenthümliche Krankheit, welche dort von Zeit zu Zeit

* auftritt und nach den bisher darüber vorliegenden, aber leider etwas

ungenauen Nachrichten kaum etwas Anderes sein kann als die echteBubonenpest. Diese Krankheit, von den Eingeborenen Mahamarit genannt, herrscht entweder dort endemisch oder sie wird, waswahr-

scheinlicher ist, durch den Handelsverkehr aus dem Innern vonAsien dorthin eingeschleppt. Sie beansprucht schon deshalb eini besonderes Interesse, weil frühere Pestausbrüche in Nordindien mit

ihr nachweislich in Zusammenhang gestanden haben und weil es' nicht ausgeschlossen ist, dass auch die Pest von Bombay nur ein

I Ausläufer von ihr ist. Ich hoffe auf dieser Exkursion auch Gelegen-

/. heit zu Beobachtungen über die indische Rinderpest zu finden.

Die Pestepidemie ist bis jetzt noch auf die Bombay-Presidencybeschränkt geblieben und nimmt innerhalb derselben beständig ab., Wenn keine besonderen Zwischenfälle eintreten und wenn, wie zu

4 erwarten ist, die experimentellen Arbeiten bis dahin beendet sind,

' wird die Kommission bis Ende Juni ihre Aufgaben erfüllt haben und

die Heimreise antreten können.

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