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aus der zweiten Generation mit dem Blute einer Angoraziege einKind inficirt. Dieses Thier erkrankte unter allen Erscheinungen derKinderpest. Der Krankheitsverlauf war ein ziemlich schwerer, aberdas Thier überstand die Krankheit und kann jetzt zu den hcrgestelltenThieren gerechnet werden. Dieser Fall erweckte die Hoffnung, dassin der That durch die Passage durch Ziegen ein milder Verlauf' derKinderpesterkrankung erzielt werden könnte. Es wurden deswegen,nachdem die Kinderpest fünfmal durch Ziegen und Schafe gegangenwar, von einer Kapziege, Angoraziege, Merinoschat und Kapschafje ein Kind, also im Ganzen vier Tliiere, inficirt. Alle vier Thieresind nach einer auffallend kurzen Inkubationsfrist fast zur selbenStunde unter starker Temperatursteigerung erkrankt. Zwei sind be-reits nach sieben- bezw. achttägiger Krankheitsdauer gestorben, undzwar, wie die Obduktion ergeben hat, an einer so intensiven Rinder-pest, dass an eine Abschwächung der Krankheit leider nicht zudenken ist; im Gegentheil hat es den Anschein, als ob die Rinderpestin den Schafen und Ziegen zu einer virulenteren Form heran-gezüchtet ist. Die Hoffnung, auf diesem Wege zur Gewinnung einesVaccins zu gelangen, kann danach als gescheitert angesehen werden.Dagegen eröffnet sich die Aussicht, mit Hülfe der gesteigerten Viru-lenz den Versuchstliieren eine höhere Immunität zu verleihen, alsdies durch das Ueberstehen der natürlichen Infektion ermöglicht ist,und diese Thiere deshalb brauchbarer für Immunisirungszwecke zumachen. Ganz verschieden war das Resultat bei den anderen zweiThieren, von denen das eine mit Blut einer Angoraziege, das anderemit Blut von einer Kapziege geimpft wurde. Das erste dieser beidenRinder zeigte nämlich eine hohe Temperatur nur fünf Tage hindurch,fast keinen Durchfall und ist nun wieder vollkommen hergestellt.Das andere, welches mit Blut von der Kapziege geimpft wurde, warvon vorn herein ein schwaches Thier und überstand die Krankheitnicht. Aber bei der Sektion stellte sich heraus, dass die patholo-gischen Veränderungen im Magen und Darm geringer waren, als beiden Thieren, die mit Schatblut inficirt waren. In Uebereinstimmungmit diesen Beobachtungen halte ich es für wahrscheinlich, dass dasRinderpiS®ii - us durch eine wiederholte Passage durch Ziegen that-säclilich, Wenn auch langsam abgeschwächt wird, und ich beabsich-tige daher, diese Experimente fortzusetzen.
Koch. 2
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