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derts zu sammeln. Ihr möget urtheilen, ob die Wunden eines Volkes,welches den Katholicismus verwarf, tief genug waren, daß man anihrer Heilung hätte verzweifeln sollen.
„Die Einen üben das alte Sprichwort: „nah bei der Mühle, fernvon Gott," die Andern haben taube Ohren und harte Herzen. Gottläßt kein Mittel unversucht, unser Heil zu fördern; fürchten wir alsoden Vorwurf, den er uns durch seinen Propheten Jsaias am 65. Ka-pitel macht, wenn er sagt: Ich habe den ganzen Tag meine Händeausgespannt nach diesem aufrührerischen Volke. Wenn Diejenigen,welche in der Wüste des Papstthumes herumirren nicht verschont wer-den, da sie nicht den rechten Weg wandeln, so bitte ich euch, zu bedenken,was mit uns geschehen wird, die wir gleichsam im Hause und unterden Augen unseres himmlischen Vaters auferzogen werden! Die Einenhaben das Land ihrer Geburt verlassen, um sich in eine christlicheKirche zu verfügen, die Andern haben den großen: Vorzug gehabt,daß Gott sie iu ihrem Neste heimsuchie. Wenn nun Diejenigen,welche hier geboren sind, ein solches Glück nicht anerkennen, und sichGott nicht ganz hingeben, der sich ihnen so genähert hat, glaubt ihr denn,daß ihnen eine solche Undankbarkeit ungestraft hingchen wird? Siesollen ausrufen: Herr du hast mitten unter uns deinen Tempel erbautund deinen Altar aufgerichtet; verleihe uns also die Gnade und rei-nige uns, damit wir nicht durch unsere Unreinigkeit die Heiligkeit dei-ner Gaben beflecken, und daß wir die Herrlichkeit deiner Wohlthatennicht in Schmach verkehren."
Betrachtet nun die Schilderung der neuen Kirche: es ist einmerkwürdiges Studium der Sitten. Hier wird der Prediger zum Ge-schichtschreiber.
„Was Diejenigen betrifft, welche aus weiter Ferne hergekommensind, um sich auf eine heilige Weise aufzuführen, wie im Hause desHerrn: so hätten sie wohl anderswo in Ausschweifung leben können,und hätten nicht nöthig gehabt, vom Papstthume abzufallen, umsich als ein ausgelassenes Gesindel zu zeigen. In der That, es sindEinige vorhanden, denen es besser wäre, wenn sie den Hals gebrochenhätten, als daß sie diese Kirche betreten haben, um sich so schlecht zubenehmen. Die Einen verbinden sich mit Possenreissern, um sie in
1) „4 Reden über Gegenstände, die für unsere Zeit nützlich sind. — Uebcr Abra-hams Lpfer. — lieber die zehn Gebete. — lieber die Geburt, das Leiden,den Ted, die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu Christi. — lieber Lorher-sehuug und ewige Veransbestimmung."