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glaubte, 0 hielt inne, wenn der Schmerz zu heftig wurde. Dannwollte er verborgen bleiben, er schloß sich in seine Kammer ein, ließdie dichten Vorhänge an seinem Fenster herab, warf sich auf seinemRuhebette hin und her, und erwartete die allmählige Abnahme seinesNebels. In seinen letzten Tagen waren alle Mittel zur Beschwich-tigung seiner Schmerzen fruchtlos geworden. Sein Kopf blieb ganzeStunden in Gluth, und der Vulkan sprühte keine Flammen mehr aus.Ein erstickender Cartharre fesselte ihn an das Bett, nahm ihm denSchlaf, die Bewegung der Füße und der Arme, und sogar die Frei-heit, ernste Gedanken zu fassen. In seinen letzten Jahren, insbesondereim Winter, brachte er die Nacht ganz in Wolle gehüllt, vor einemgroßen Feuer zu. Beza sagt, daß er bisweilen sanft geschlummerthabe, „den Schlaf eines Kindes." — Also wäre Calvin der Strafe ent-trennen, welche Diejenigen dulden, die Blut vergossen haben! Mehrals einmal müssen ihn die Schatten Berthelier's, Servet's, Gruet's,und aller Patrioten heimgesucht haben, die von ihm dem Henker über-liefert worden waren. Gott ist gerecht, und die Kolik, die Krämpfe,die Gicht, die Hämorroiden, der Blasenstein, die krebsartigen Wunden,und die ganze Reihe von Krankheiten, von denen er in der Stundedes Todes zu gleicher Zeit überfallen wurde, waren nur eine Abbüßungin diesem Leben, für all die Thränen und Leiden, welche er dieMenschheit gekostet hatte. Er hatte keine Freude mehr, weil dieFreude, wie der hl. Thomas sagt, die Frucht der Liebe ist, undgeliebt hat er nie.
Einige Zeit vor seinem Tode hatte Calvin an die Aerzte vonMontpellier einen lateinischen Brief geschrieben, voll von nähern An-gaben über die verschiedenen Qualen, welche er zu dieser Zeit erdul-dete, und deren wir zum Theil hier erwähnen wollen.
„Als mir Sarasin, mein gewöhnlicher Arzt, einige Heilmittel an-gegeben, die ihr mir gerathen habt, fragte ich ihn: „wer hat sich denn,ohne daß ich es wußte, an die Doktoren von Montpellier gewendet?"er antwortete mir: „es ist auf ausdrückliches Verlangen eurer Amts-genossen geschehen, daß ich eine Berathschlagung veranstaltete, in wel-cher eure Gebrechen besprochen wurden." Eure Antwort zeugt nun von derTheilnahme, die ihr für mich hegt, und von dem Wunsche, daß ihrmein Leben verlängern möchtet."
1) Man vergleiche im ersten Bande das Kapitel, welches überschrieben ist:„Der Teufel und der Antichrist."
I) Csuckium esl elloelus ctmi-itslis.