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unter den Frauen. Die Reformation griff die Messe als eine papistischeHandlung an. In einem der Keller zu Poitiers war es, daß Calvinnach einer sehr lebhaften Debatte für die Abschaffung des Opfers ent-schieden hatte. Einige Katholiken wollten diese Einrichtung vertheidigen.Carl Lesage, der einer der gelehrtesten Schüler Johann's von Noyonwar, welcher nicht dulden konnte, daß man ihm widersprach, nahmseinen Hut, warf ihn mitten unter die Anwesenden, hob seine Augenzum Himmel empor und rief: „Herr, wenn du am Tage des Gerichtsmir den Vorwurf machst, daß ich die Messe der Papisten verworfenhabe, so werde ich dir zur Antwort geben: Siehe hier das Buch derOffenbarung; zeige mir die Seite, auf welcher du befiehlst, daß ichdie Messe anhören soll: es gibt kein anderes Opfer, als jenes desKreuzes."
Die Reformation unterhielt in Genf Dichter, welche kein anderesGeschäft hatten, als daß sie auf die „Meßschnapper" Lieder machten.Calvin gab ihnen die Possen an, welche sie in Reime bringen sollten.In Genf und in Wittemberg sagte man in dem reformirten Jargon,„die Messe bringe den Fleischtopf des Geistlichen zum sieden;" man solltenicht glauben, wie schlechte Verse man über dieses Thema schmiedete!Wenn die Gluth eines Reimers sich im Verhöhnen des Papstthumserschöpft hatte, nahm mau, um sich zu erfrischen, seine Zuflucht zu dem,was Calvin die päpstliche „Helena" nannte, und Gott weiß, welcheschöne Eingebungen sie da fand, die man auf tausend fliegende Blätterdruckte, für Stadt und Land! Wenn man einen dieser Haufirer, derseine aufrührerischen Schwärmereien in einer Scheune versteckte, aus-faßte und ihn gefangen nahm, hättet ihr hören sollen, welch ein schreck-liches Geschrei man in Genf gegen die „Priestertyrannei" erhob, welchenicht dulden wollte, daß man den Glauben einer ganzen Nation anVersen und in Prosa beschimpfe.
Die Propagande ließ antikatholische Schmähschriften drucken, überPuncte, die von beiden Parteien bestritten wurden. Es galt vornämlichden Klöstern. Man hielt den Cenobiten vor, „ihre Gelübde seien nich-tig vor Gott; das göttliche Gesetz habe keine Sklaven geschaffen, eshabe im Gegentheil die Menschheit befreit; alle Gelübde seien aber-gläubige Schwärmereien; das Gelübde der Armuth sei eine Last für denStaat; das Gelübde der Keuschheit thue der Bevölkerung Eintrag; dasGelübde des Gehorsams sei ein Frevel an dem Gewissen." Dieses sind
I) Institution clirötienne