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Zweiter Band (1844)
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zurückgezogen hatte, in Folge der schrecklichen Grausamkeiten, welche inGenf verübt wurden.

Derselbe Amblar Corne aus dem kleinen Rathe, der eifrigste undleivenschastlichste Schüler Calvin's, übernahm es, zu der genanntenFrau zu gehen, und ihr zu sagen, rast sie nach Genf kommen solle,um das Wohl und die Ehre ihres Sohnes zu schützen, welcher ge-fangen liege, und entschlossen sei, wie er sage, eher an den Qualender Folter zu sterben, als Etwas gegen die Wahrheit, sein Gewissenund seinen Nächsten auszusprechen. Der genannte Amblar Corne wustteder armen Frau durch verstellte Reden und falsche Verheißungen wohlzu schmeicheln, und zu sagen, daß ihr Sohn durch die Herrn desRathes nicht nur in Freiheit gesetzt, sondern auch zu Ehren und hohenAemtern erhoben werden solle, wenn er den genannten Herrn gehorchenund offen bekennen wolle, was sie begehrten; daß nämlich wahr sei,wessen sie ihn angeklagt haben, und daß Ami Perrin und die Uebrigen,die sich von Genf geflüchtet hatten, in ihn gedrungen seien, an ihrerVerschwörung und Unternehmung Theil zu nehmen; was er aber nichthabe anhören wollen. Wenn er nur diest Wenige bekenne, werde erin Freiheit gesetzt und vom Rathe zu hohen Würden erhoben. Sowußte er denn die arme Mutter einzuschüchtern und zu überreden, daßsie nach Genf kam, um das Wohl und die Freiheit ihres Sohneszu bewirken."

In der Stadt angekommen ging sie gerade auf das Gefängnißzu, in welchem ihr Sohn lag, zerrissen und geschwächt von dem Stricke.Sie zeigte ihm den Wunsch und Willen des Rathes an, der ihn eherelend im Gefängnisse sterben, als sich überwinden lassen wolle.Die arme Mutter ermahnte ihn und bat, er möchte sich in den Willender Herrn fügen, und, was sie wünschten, bekennen, wenn es auchgegen Wahrheit und Gewissen sei, weil er dadurch allein aus demGefängnisse befreit, auch zu Aemtern, Würden und Ehren erhobenwerden könnte. Sie sagte ihm auch, daß ihr diest von Amblar Corneversprochen worden sei und mithin auch vom ganzen Rathe. Diebekla-genswerthe Mutter wustte so sehr zu weinen und ihn zu bitten:wenn er auch nicht mit sich selbst Mitleid hätte, er es doch mit ihrhaben sollte, die verlassen bliebe, ihrer Kinder und jeder Stütze beraubt,wenn er stürbe. Sie versicherte ihn des Versprechens, welches ihr der Rathgegeben habe, und so versprach der arme junge Mensch seiner Mutter,es zu thun. Sie meldete diest dem genannten Amblar und andernRathsherrn, welche sich ungesäumt versammelten, und ihn über die ge-nannten Puncte befragten, die er im Vertrauen auf die Reden und