Druckschrift 
Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
234
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Ihr müßt wissen, daß der Calvinist den Juristen mit einem ausge-hungerten Hunde verglichen hatte, der in den Küchen herumschnüffelt,und durch den Fleischgeruch der Speisen angelockt wird.

Dieser Hund war brummiger Natur, und biß wenn man an ihnstieß. Beza hatte einen zerrissenen Nock und ein zerfleischtes Bein;und das Uebelste für ihn war, daß man ihn schreien ließ, ohnedaß man das geringste Mitleid mit ihm hatte. Höret den Juristen:

Du wirst wissen, daß Baudouin, obwohl er seines Erbes beraubtwar, nicht nöthig hatte, zu betteln; daher darf man nicht erstaunen,wie er dem GalLas und seiner Familie zu Hilfe kommen konnte.Was willst du nun sagen mit den Worten: ich glaube ihn noch zusehen; bald mitten in dieser Stadt der Müssiggänger, bald im Pa-laste unter diesen Fluten von Juristen und Advocaten, mit schnüffeln-der Nase einen Braten riechend? Ich möchte doch wohl wissen,welcher honette Mensch je deine Mahlzeit gewittert hätte, die du inder Weise Sardanapals oder Heliogabals bereitet hast, Schwelgerder du bist? oder deine lasterhaften Gelage, zu welchen sich das Lastersetzte, du blutschänderischer Amphytrion? Wer nahte sich je deinemSpeisesaale, ohne sich die Nase zu verstopfen, erstickt von dem Ge-rüche eines Lupanars, den deine nächtlichen Feste verbreiteten? Wermöchte seinen Fuß in deine Kammer setzen, ohne zu fürchten, er werdeihn beschmutzen? Geruch und Geschmack sind zum Ersticken. Leiderist es nothwcndig, daß man sich dir gegenüber nicht immer keuscherAusdrücke bedienen kann; und wenn man von Theodor reden will,müssen sich schamhafte Ohren entfernen, aber ich hoffe, daß die ehr-baren Leute mir vergeben werden, wenn sich meine Feder Freiheitenerlaubt, an die sie sonst nicht gewohnt ist. Fürmahr, weingewohn-ter Satyr, wenn du, an der Seite der Pallas sitzend, den kleinenPlato spielst, wäre Baudouin sehr glücklich gewesen, wenn er einensolchen Nektar hätte schlürfen und so süße Ambrosia genießen können!"Darauf beschreibt er eine Bachanten-Scene, in welcher Beza keinbloßer Figurant ist, und welche uns nur zu sehr an vie berüchtigtenGastmahle des Pctronius erinnern.

O frommes Mahl, o evangelische Agape, o philosophisches Gelage!Der bäurische Baudouin, der sich so wenig aus den eleganten Einrich-tungen hoher Häuser macht, der von Natur so abgeneigt ist gegensolche Mysterien, er hätte mich um euch beneid,'t!">)

1) o religiosum oonvivium, M o coengm ei-uclitsin gugin

Lsläuions et suprusticus, et tslis eleg-üUiss imxeritus, et tslium