nes Schreibens geschehen sei; ich denke jedoch, ihr werdet nun ebensodamit zufrieden sein, wie früher; ich sende euch einen eigenen Menschen,da ich keinen andern Boten finden konnte; wenn ich euch sonst mitetwas dienen kann, werde ich euch immer zu Gebote stehen, und zueuerem Dienste bereit sein. Euer guter Freund und Bruder, JohannFrellon." Die Überschrift: „Meinem guten Freunde und Bruder,Meister Michael Villanovanus, Doctor der Medicin, gegenwärtig inVienne."
Servet sann nun über seine Rache nach: er vollzog sie in einemOctavband von 700 Seiten, an welchem er seit vier Jahren arbeitete,und wobei die Dreieinigkeit nicht gelinder behandelt wurde, als derReformator/) Marrin, ein Buchhändler in Basel scheute sich, denVerlag zu übernehmen; nachdem er einige Seiten überlesen hatte, sandteer die Handschrift zurück.
Ein Anderer, als Servet, wäre entmuthigt worden und hätteder Vorsehung gedankt. Er lief dem Tod in die Arme. Vienne war
damals eine Stadt des Handels und der Gelehrsamkeit. Man fand
daselbst vortreffliche Buchdruckereien, unter Andern jene des BalthasarArnollet, die von dessen Schwager Wilhelm Gueroult geleitet wurde,welchem Servet sein Manuskript brachte. Arnollet und Gueroult gingenes durch. Es handelte von theologischen Gegenständen, die sie un-möglich verstehen konnten. Sie lieszen den Verfasser ohne Antwort.Servet brach das Stillschweigen. „Es ist dich ein Buch," sprach er,„das ich gegen Calvin und Melanchthon geschrieben habe; aber ichmöchte nicht, dass ihm der Name des Verfassers, des Druckortes oderder Druckerei beigegeben würde. Ich will die Unkosten tragen und dieCorrecturbogen durchlesen. Neberdich zahle ich eine Vergütung von
I) 6I,risti»nismi restitutio, totius Leclesiae »postoUcae est -ick SU» Umin»vocatio, in integrum restitut» coAnitinno Dei, ticke, (iUristianae, justi-licationis nostrae, re^enerationis, Unptismi et coenao Domini m»n-ckucstionis, restitulo ckenigue nokis re^na coetesti, ljadilonis impisecaptivitsto solut», et »nticUristo cum suis penitus ckestructo.
Das Werk ist in sechs Theüc getheilt:
I. De trinitate ckivin», guock in e» non sit invisiUilium trium rerumillusio, seck vere suUstantiao Dei inanitestatio et eommunicstio, UUri7.Die zwei letzten Bücher sind in Gesprächsform abgefaßt.
II. De ticke et justiti» regni Oliristi lezis sustitmm supersntis et cke clis-ritate, Ubri 3.
III. De regeneratione et manckucstione supern» et reZno »nticUristi UUri4.
IV. lüpistolao XXX »ck losnnem 6»Ivinum OeUennensium coneionatorem,
V. 8iAn» I.X regni »ntieUristi et revelatio esus s»m nunc praesens.
VI. De mvsterio Drinit»tis et veterum ckisciplin», »ck ?t,il. AlelancktUo-nem et ejus collegas, »poloZi».
Das Buch hat 738 Seiten in 8.