„Paulus war ein Diener Gottes;" sagte er, „wir, wir dienenuns selber; er war der Allergedulbigste, wir die Ungeduld selbst; erhat die Nacht durchwacht, um für die Erbauung der Kirche zu sorgen;wir wachen, um zu spielen; er war nüchtern und mäßig, wir betrin-ken uns. Er war züchtig, wir sind Hurer. Er wurde ins Gefäng-niß geschlossen, wir werfen Andere hinein, wenn uns Einer mit Wor-ten beleidigt. Er brauchte Gottes flacht, wir brauchen die Macht derAndern. Er wurde von Andern verfolgt, wir aber verfolgen Unschul-dige."
Die Prädicanten sahen einander an, fuhren mit der Hand überdie Stirne und suchten den Redner zu verwirren; der sich aber nichteinschüchtern ließ und endete, wie er begonnen hatte, wie ein wahrerGladiator, der nichts als Blut will, nach Calvin's Ausspruch.
Castalion konnte nicht mehr in Genf bleiben. Er verließ die Stadt,aber mit allen Ehren seines Kampfes. Er nahm ein Zeugniß mit, dasin sehr ehrenhaften Ausdrücken abgefaßt, und ihm von Calvin ausge-stellt war. Der Reformator hatte Furcht vor Sebastian, und dieß mitRecht. Beza sagte, der Oberlehrer sei genöthiget worden, auszuwan-dern: das ist eine Lüge. Beza hat gewiß mehr als einmal von Calvinhören müssen, daß Sebastian die Republik freiwillig verließ, ohne daßman ihm den geringsten Vorwurf über seine Sitten oder seine Lehremachen konnte. Daneau macht einen Besessenen aus ihm, einenAbschaum, von dem sich Genf mit der Hilfe Gottes zum Glücke nochlosmachen konnte. Er würde von einem Katholiken nicht anders ge-sprochen haben.
Castalion flüchtete sich nach Basel, wo ihn der Senat zum Professorder griechischen Sprache ernannte. Der Dichter war genöthigt, dasMönchsgewand wieder anzunehmen. Calvin verleumdete ihn.
Der Disput wurde aufs Neue rege gemacht durch eine Schrift,welche Castalion über die Vorausbestimmung schrieb.
Der Streit dieser zwei Gelehrten wurde aufgegeben, dann wieder her-vorgezogen, und ließ die theologische Welt lange im Zweifel. Es handeltesich um das größte Problem der Philosophie, welches die Schule je
1) ksrello, 30. rnsit 1544. Lksnus. Oen.
2) kuit oinnino ssn^uinsris orstio.
3) >'on sliqus vitse insculs, non impium sliguock in kicket nostrsecLpikibus ckoZins.
4) ?snqu<un spums, expulso, expurAsts est civitss. vsnseus, Lpist.ckeckicst. cke Useresi, sck sonst. Oenev.