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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
151
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Lkristian. regem:" ein sonderbares Libell, in welchem Zwingli dasHosanna der Seligen im Himmelreich selbst den Hercules singen ließ.Garstiger Himmel," sagte ein Lutheraner,in den ich nicht kommenwill, weil ich fürchte, ich könnte todtgeschlagen werden."*) Beim Er-scheinen des zwinglischen Buches erneuten die Sacramentirer alle Ankla-gen, die sie schon gegen Luther erhoben hatten, den sie als eine ge-hässige Seele voll Stolz darstellten, der nur seine Eingebungen an-bete und an jeden eigenen Gedanken gefesselt sei wie der Mörder anden Galgen. Der Zorn Luther's kannte keine Gränzen, als er ver-nommen hatte, Leon Judae, der Nachfolger Zwingli's und anderePrediger arbeiten an einer neuen Uebersetzung der heiligen Schrift,welche im Jahre 1543 wirklich erschien.

Luther's Aerger ist begreiflich. Es war auch nichts Kleines, dieUebersetzung anzutasten, welche Mathesius als eines der größten Wun-der Gottes zu Gunsten seiner Kirche ansieht; die Uebersetzung anzu-greifen, zu deren Ehre Pvmeranus ein Fest veranstaltete, welches mandasBibelübersehungsfest" nannte! Vergebens führte Zürch zur Ver-theidigung der Ehre seiner Lehrer vierzehnhundert Stellen an, diedurch Luther im Neuen Testamente verderbt wurden, und wiederholte,was Bucer in seinem Dialog gegen Melanchthon ausgesprochen hatte:Martinus könne den Widerspruch nicht ertragen, und er lasse sich an-beten; Luther lachte über den Spott seiner Feinde, er frohlockte inseinem Ruhme, und stellte sich im Angesichte Deutschlands als denGott des Verstandes, der Kraft und Vernunft auf.

Die Sacramentirer fragten den Luther spöttischer Weise, warumer in der neuen Ausgabe seiner neuen Uebersetzung an dem Evange-lium des heiligen Matthäus 34 Stellen geändert habe. Sie wollten,daß man ihnen erkläre, wie der heilige Geist, der sein hebräischerLehrmeister gewesen sei, ihm so groben Widersinn zugelassen habe; ^)auch sagten sie, wie zwei Jahrhunderte später PH. Odelem:Zeigetuns nun, welches die wahre Bibel Luthers sei!" ^) Die Lacher warendießmal auf Seite der Sacramentirer.

Damals entstand zwischen den Sachsen und den Zürchern, nichtmehr wie früher, ein so roher Streit, in dem man mit Tauen zuschlug,welche in das Wasser der Limmat und der Elbe getaucht waren; son-

1) Dsnnt, iu tiist. ggcrsm. DIorimonä cke kemonck, p. 174.

2) DocNI. De ^cl. DulN. I55Ü.

3)Welches dann des Luthers rechte Bibel sei?" In der abgenöthigten An-merkung über M. Jvs. Christ. Rochs abgewiesenen Jndifferentisten, S. 67.