so sehr wegen des Menschen, der schon schuldig genug ist, als wegender Folge, damit man nicht denken könne, sie seien sowohl über einunzuverlässiges Buch, als über Teilnehmer und Anhänger leicht hin-weggegangen.
Auch meine ich, soll mit der Wegschaffung des Buches nichtAlles abgethan sein, sondern sie sollen beweisen, daß sie das Buch sosehr verabscheuen, wie es dasselbe verdient, zum warnenden Beispielfür Andre. Weil wir uns von allen unschicklichen Reden enthalten, undkeine aus unserem Munde kommen sollen, dürfen solche verdammens-werthe Lästerungen nicht ausgesprochen werden, als wenn wir keinenAbscheu vor ihnen hätten; sondern es ist nach der Vorschrift, welcheunser Herr Jesus Christus in seinem Gesetze uns gegeben hat,heilsam, daß gläubige Obrigkeiten die Ruchlosigkeiten aufzeichnen, um siezu strafen. Ferner wissen die Herrn, daß es noch aus vielen Grün-den nothwendig ist, die ich ihnen zu bedenken überlasse, obwohl das,was Gott hierin verordnet hat, uns genügen muß.
Erstlich würde ich für gut halten, daß man die erzählendeForm anwende, und sage, wie dieses Jahr oder diesen TagJakob Gruet sowohl wegen ungeheurer Lästerungen gegen Gott und Ver-spottung der christlichen Religion, als wegen abscheulicher Verschwörun-gen gegen die allgemeine Verfassung der Stadt, wegen Meuterei undanderer Hexereien und Verbrechen zu solcher Strafe verurtheilt wordenist, und wie es seitdem sich ergeben hat, daß man ein, wie es erwiesenist, von seiner Hand geschriebenes Buch gefunden hat, in welchem meh-rere so gräßliche Lästerungen enthalten sind, daß es kein menschlichesWesen gibt, welches nicht zittern muß, wenn es sie hört, und wie erüberhaupt über die ganze Christenheit spottet und sogar sagt, unser HerrJesus Christus, der Sohn Gottes und König der Herrlichkeit, vor dessenHerrlichkeit sich die Teufel beugen müssen, sei ein Lump gewesen, einLügner, ein Narr, ein Verführer, ein nichtswürdiger, erbärmlicher,unglücklicher Schwärmer, ein Flegel, voll prahlerischer und böswilligerAnmassung, der mit Recht gekreuzigt worden sei; die Wunder, die ergethan habe, seien nur Zaubereien und Affenstreiche gewesen, er habegeglaubt, er sei der Sohn Gottes wie die ..... es zu sein glaubenin ihrer Synagoge, er sei ein Heuchler gewesen, sei gehenkt worden,wie er es verdient habe, und sei in seiner Thorheit erbärmlich gestorben; einunsinniger Thor, arger Trunkenbold, abscheulicher Verräther und schmäh-lich Gehenkter, dessen Ankunft der Welt nichts gebracht habe, als allemögliche Schlechtigkeit, Unglück, (barocke?), alle Schmach und Un-bild, die sich ersinnen läßt. Die Propheten seien nur Narren gewesen,
Aurin: «tbkn Talvm'S II. Bd. 10