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Zweiter Band (1844)
Entstehung
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Gesetzgeber ein inspirirtes Wesen; er hört wie ein zweiter Moses dieStimme auf Sinai und gibt Gebote, welche der Herr dictirt hat. DieLibertiner konnten sich nicht daran gewöhnen, in Calvin einen Aposteldes Herrn zu sehen: es gährten zu viele Leidenschaften in der Brust desReformators, als daß man seine göttliche Sendung nicht hätte bezweifelnsollen. Die Opposition faßte immer festem Fuß: sie stützte sich auf diealte Neigung zur Freiheit, welche Jeden beschäftigte, der das Her; einesGenfers trug: ferner auf den Haß des Volkes gegen die Flüchtlinge, aufdie Theilnähme der republikanischen Cantone, auf glorreiche Erinnerungen,die noch zu neu waren, als daß man sie hätte vergessen können. Umihre revolutionäre Plane zu vereiteln, hatte Calvin seinen Gott, den erunaufhörlich einschreiten ließ. Klagen, Beschwerden, Beleidigungen,waren lauter Sünden, deren Unterdrückung er sich im Namen des Himmelsangelegen sein ließ. Er machte aus seinen Gegnern auf der KanzelSchüler des Teufels, welche thätig seien, die heilige Kirche zu zerstören,die er im Namen Gottes zu bauen gekommen sei. Gott und der Teufelsind in seinen Schriften immer im Handgemenge. Die Rolle, welche erseine Feinde spielen läßt, ist nicht jene aufrührerischer Tribunen. Essind Verdammte, welche sich auslehncn und sich verschwören, und die er,wenn er sie durch die Rede nicht zu besiegen vermag, durch Blut zuunterdrücken, sich berufen fühlt. Um den Kampf zu charakterisiren, dener gegen die Libertiner zu bestehen genöthigt ist, muß man sehen, wieer sich in den heiligen Schriften begeistert, von dem Psalmisten dieorientalischen Bilder entlehnt, und sich unter die Hand Gottes stellt, wieeinst der König David.

Wenn ich alle meine Kämpfe erzählen wollte," sagt er in seinemCommentar zu den Psalmen,würde es eine lange Geschichte werden.Doch gereichte es mir nicht zu geringem Tröste, daß mir David hierinvoranging; denn wie die Philister diesen heiligen König durch beständigeKriege ängstigten, aber die Bosheit und Unredlichkeit treuloser häuslicherFeinde ihn noch viel tiefer verwundeten, so wurde ich von allen Seitenangegriffen und hatte kaum einen Augenblick Ruhe vor äußerenoder inneren Kämpfen. Da der Satan versucht hatte, diese Kirchehier zu zerstören, so kam es so weit, daß ich, der ich unkriegerischund furchtsam bin, gezwungen wurde, meinen eigenen Leib den mörderi-schen Schlägen entgegen zu stellen, und sie zu brechen. Ganze fünfJahre mußten wir ohne Aufhören für die Erhaltung der Disciplinkämpfen, weil diese Bösen mit zu großer Gewalt ausgerüstet waren,und ein Theil des Volkes durch ihre Verführungen verderbt, eine unge-zügelte Freiheit wünschte; denn den nichtswürdigen Menschen, Veräch-