Glaubensgenossen nicht gesagt: „Wir, Protestanten handeln unmora-lischer und unchristlicher, als die römischen Christen*)
Der Buchhändler Wilhelm Dubois.
Dubois hatte behauptet, Calvin habe mehr als einmal in seinenSchriften sein Wort zurückgenommen: daher kam der Haß des Refor-mators, welcher den Buchhändler beschuldigte, er verkaufe seine Bücheran die Flüchtlinge um zu hohen Preis.
Man lud ihn unter einigen Vorwänden vor das Confistorium,und dort begann Herr Calvin ihn sehr hart anzureden, indem er ihmerklärte, daß er immer ein „falscher Heuchler" gewesen sei, und daßes Zeit sei, sich zu bessern: nebst andern ähnlichen Reden. Daraufantwortete Wilhelm Dubois dem genannten Herrn Calvin:
„Es ist nicht erst heute, daß ihr eure Raserei gegen mich hegt,und ick habe euch wohl auch gesagt, daß ihr ein Heuchler seid, daihr mich seit langer Zeit gehaßt und indeß doch das Abendmahl unsersHerrn empfangen habt." Darüber antwortete Calvin, es sei eine Lüge,daß er je diese Worte gegen ihn gesprochen habe, und obwohl er sehrfrech sei, habe er es doch nie gewagt, so unverschämt mit ihmzu reden :c."
Hierauf wurde Dubois gefragt, was er unter dem Worte „Ra-serei" verstehe, worauf er antwortete: „er verstehe darunter eine Wuth."Zuletzt erhob sich der genannte Calvin und verlangte von dem Kon-sistorium, daß die Sache vor die Räthe gebracht werden solle, damitihm Recht verschafft würde gegen solche Beleidigungen.
Die beiden Spione.
Als Calvin beleidigt worden war, und er sich rächen mußte, ver-einten sich zwei Spione, und der Eine von ihnen sprach: „Ich habeKatharina, die Frau des Jakob Copa, aus dem Herzogthum Ferrara,sagen hören:
„Servetus sei als Märtyrer Jesu Christi gestorben, und Herr-Calvin sei die Ursache seines Todes; obgleich ein Groll zwischen Beidenbestand, haben die Herren doch Böse daran gethan, daß sie ihn tob-ten ließen."
„Gribalv habe die wahre Lehre, und auch Johann Paul Alciat,und Herr Georg Blandrat; sie seien mit Unrecht und aus Böswilligkeitverfolgt worden.
„Sie wolle diese Stadt verlassen, weil ihr das gerichtliche Verfahren
1) Gespräche über die Abschaffung des geistlichen Standes.