deutschen Gemüther zum Aufruhr angetrieben hatte, verbreitete sichbeinahe auf alle Völker. In Italien erneuten Faust und Lelio Socindie Ketzerei des Anus; in Spanien fingen abenteuerliche Geister an,selbst unter den Augen der Inquisition, das Wort Gottes zu läugnen.Auf der iberischen Halbinsel sollte der Antitrinitarismns entstehen, wieder Dichter sagt:
lück oltru czuesta not», >1 pecescliglio
I)i 8paguil gli clanno anco, elio non orocka
ln unita Io 8pirito, il krxtro o I kiglio.
Xriosto.
Die Verbannten brachten zweideutige Sitten nach Genf/) Nei-gung zur Faulheit, zur Heuchelei und den Lastern großer Städte.Man richtete Kapellen für sie ein. Jene der Machabäer wurde denItalienern zugetheilt. Bei unserer lieben Frau wurde in englischer
Sprache gepredigt, bei St. Gervais in spanischer, bei St. Germain inflammändischer. Bernardin von Sesmar war einer der beliebtestenitalienischen Prediger?) Calvin weiß dem Eifer dieses Flüchtlings sehrviel Lob zu spenden/) da derselbe dem Antichrist einen heftigen Kriegangekündet hatte?) Jeder Ausgewanderte war ein Gewinn für denReformator. Sein Blick wußte in der Seele zu lesen und den per-sönlichen Beruf zu entscheiden. Jungen Leuten öffnete er am Morgensein Arbeitszimmer, die Schule der Verleumdung des Katholicismus.Da entstellte er die Zeugnisse der Geschichte, der kanonischen Gesetze,der Concilien und der Väter, da „stutzte er dem Papste die Flügel,"^)und bewies, daß Leo X. ein sehr grausames Naturell gehabt habe,daß Clemens VII. sehr geneigt gewesen sei, Menschenblut zu vergießen,und daß Paul III. Anlagen zu unmenschlicher Raserei gehabt habe/)
1) Calvin beklagt sich wie über einen Spott gegen die Ehre Gottes, „daß manihn in das Uriheil eines Hingerichteten Falschmünzers mit eingeschlvssen habe,weil dieser sich der Religion wegen nach Genf geflüchtet habe, und alle Tageln die Predigt gegangen sei." Ilegistres Nu eonscil ci'Ltat, hragmonts.
p. 18.
2) „Benardin von Seswar, ei» gelehrter Mann, verlangte das Wort Gottes initalienischer Sprache öffentlich zn verkünden. Es wurde beschlossen, daß manihm in der Ccndinalkapelle zn St Peter auf kurze Zeit einen Play einräumensolle, bis er spüker bei St Gervais predigen könnte." Iic"istrcs 13. octobre1542. — kieot, t. I., p. 301.
3) kernarUinus estllern, cko Scsvac, priinus ziastor eccles. itnlicse, goneHenevso inense oct. 1542 crecta est in Zratiam Italocum qui sc kuc,klvanKclii causa, receperant. — llal.
4) Upist. Lalv. Vireto, oct. 1542.
5) Inst. IV., 7. §. 21.