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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
93
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Fürst der Gottlosen genannt wurde, und dann,weil derselbe gesagthatte, er müsse den Heuchler spielen, um dem Konsistorium zu ge-fallen."

Calvin hatte endlich noch einen sehr harten Kampf gegen dieGrundsätze zu bestehen, welche seinen Lehren all zu feindlich entgegentraten. Als Servetus verbrannt worden war, ließen die Neformirtenheimlich ein Buch drucken, welches die Aufhebung desKetzerverbren-nens" betraf.Do non oomburorulis Iiaorotiois." Sogleich ver-

öffentlichte er ein Pamphlet über die Nothwendigkeit, die Lästerer,unter welche er vor Allen die Papisten rechnete, mit dem Schwerteoder Feuer zu bestrafen. Gott zum Gefallen hätte er seinen Wohl-thäter, den Abt Hangest verbrannt. Dieses Buch hatte in der theolo-gischen Welt Aufsehen gemacht, und ihr werdet gestehen, daß dieseFrage wichtig genug war, da es sich um das Leben der Menschenhandelte. Calvin sah die Sache an, als wenn sie gar keine Sorgezu erwecken brauchte; er behandelte sie mit stolzer Geringschätzung.

Ich sage euch mit einem Worte, daß ihre Beweisgründe wieHunde und Katzen zusammen stimmen, wie ihre eigenen Schriftenzeigen. Nur in dem Einen kommen sie überein, daß man die Ketzernicht strafen soll; und dich geschieht deßhalb, weil sie Alles, wasihnen gutdünkt wegräumen möchten; denn solche Leute wären zufrie-den, wenn es in der Welt nur kein Gesetz und keinen Zaum mehrgäbe. Weßhalb haben sie dieß saubere Buch zusammengestoppelt:Do non ooinburonckis iiaorotiois," in welchem sie die Namen sovieler Städte und Personen verfälscht haben? Aus keinem andernGrunde, als weil dieses Buch so unerträgliche Lästerungen ausspricht,und sogar sagt, wenn Christus wolle, daß man Diejenigen strafe,welche gelästert haben, sei er ein zweiter Götze Moloch. Ich lasseihnen diesen säubern Grundsatz, da man alle Gegenrede dulden muß,weil es nichts Entschiedenes und Gewisses gibt, und die heilige Schriftwie ein wächsernes Netz ist."

Im Jahre 1538 trat in Lausanne, wie wir uns noch erinnern,ein Prädicant auf, welcher damals Katholik war; er sprach zu denDomherrn der Kathedrale:Ich will disputiren." Die Domherrn ant-worteten:In wessen Namen kommt ihr?" Der Prädicant gab ihnenzur Antwort:Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligenGeistes." Die Domherrn, welche der bischöflichen Autorität unter-worfen waren, sagten:Wir wollen uns bedenken." Der Prädicant

1) ksgistl-es, 13 . maii 1580 .

2) Ak.inus. Oeiiövo, 20. koviier, 1535.