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Prediger Rond ....
„Was soll aus der freien Forschung werden, dem so kostbaren Rechte,das der Reformation eigen ist? Aber gerade wegen dieser Freiheit derForschung bedarf sie eines Glaubensformulars, damit die Kirche Den-jenigen, welche lehren wollen, was sie lehrt, und was sie predigenlassen will, dasselbe bekannt machen kann.
Verlangen, daß in einer Kirche nichts festgestellt, nichts anerkanntsein soll; daß Jeder glauben und auch lehren könne, was und wie erwolle, heißt etwas Unmögliches, ein Hirngespenst begehren; gerade alswenn er sagen wollte, eine Regierung könne ohne Gesetze, ohne Ver-fassungen bestehen; jeder Bürger solle im Gesetze nur sehen was ihmgefällt und sich selbst vorschreiben, in wie fern er seinem Lande Gehor-sam schuldig sei. Nehmet dem Lande seine Verfassung, und ihr veranlaßtKrieg und Aufruhr; unterdrücket das Glaubensbekenntnis;, und ihrwerdet bald Ausschweifungen, Aergernifse und Spaltungen einreißensehen, die euere bürgerlichen Gesetze nicht zu unterdrücken vermögen.Anarchie oder Tyrannei wird die Folge sein."
Professor Chappuis. „Die Kirche hat nicht das Recht,diesem oder jenem Gläubigen ein Bekenntnis; aufzudrängen. Wenn sieeine solche Gewalt über sein Gewissen ausüben würde, begienge sie eineUsurpation, und zwar die schrecklichste, die sich denken ließe."
Prediger Golliez. „Kann dieKirche ohne Glaubensbekennt-niß bestehen? Das geistige, innere Band ist es, was die Kirche bildet.Dieses besteht in der Einheit des Sinnes und Gedankens in Betreff derGlaubenslehren. Wenn die Kirche kein Glaubensbekenntnis; hat, werwird die Grundpuncte der christlichen Lehre bestimmen?"
Advocat Jayet. „Ein Glaubensbekenntniß kann ich mir nichtohne Unfehlbarkeit denken! Selbst das göttliche Wort kann, wo esdunkel erscheint, nur durch eine menschliche Stimme erklärt werden.Man hat uns mit Recht gesagt, Gott habe sich menschlicher Mittel bedient,um sich uns zu offenbaren; vergessen wir aber ja nicht, daß diese Men^schenstimmen, welche uns das Wort Gottes überlieferten, die Gabe desheiligen Geistes besaßen. Ich begreife nicht, wie eine inspirirte Sprachedurch Stimmen ausgelegt werden könnte, die es nicht sind."
Correvon de Martines. „Mir erscheint die Kirche als eineVereinigung von Personen, welche einem und demselben religiösen
l) Man vergleiche die Schrift: lioligum «tu eoaur, P!U'. ÜI. I'lldöö «le
kjaucti-v", Imusanno 1840, l vol. >u 12., i>. 320 — 352, in welcher dieFrage in Betreff der Glaubensbekenntnisse auf eine bewunderungswürdigeWeise behandelt ist. Es ist dies eine kontrovers-Schrift, welche aufrichtigund talentvoll abgefaßt ist, und die wir nicht genug empfehle» können.