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Zweiter Band (1844)
Entstehung
Seite
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schmückt war, und wenn er diese wunderbaren Bilder auf die Leinwandzu bringen sucht, hält ihn eine Hand auf und zerreißt die Bilder alspapistische Eingebungen. Calvin hat den christlichen Tempel wie einAttila verödet. Er verstieß die Bilder Christi, Mariens, der Engel undder Heiligen: aus dem Altäre ließ er nichts mehr stehen, als einen Stein,im Heiligthume nur noch hölzerne Stühle. Er verbot dem Christen,seine Augen aus ein Gemälde, oder eine Statue zu heften, welche dieerhabenen Sccncn unserer Erlösung darstellten. Der Mensch soll sichverdammen, nur vom Geiste zu leben, als wenn ihm Gott keine Sinnegegeben hätte.

Die Reformation weiß wohl, daß sie besiegt ist auf allen Felderndes Wissens, der Sprachenkunde, der Geschichte, der heiligen und pro-fanen Ueberlieferungen, sobald wir auf den Ursprung ihrer liturgischenStreitigkeiten mit unserer Kirche zurückgehen wollen. Wir Katholikensollten die edlen Männer nicht vergessen, die von Gott zur Ver-theidigung der Autorität auferweckt wurden. Wer kennt heut zu Tagein unserer Schule das große Aufsehen, welches der RechtsgelehrtcBaudouin (Balduin) in der Controverse von der Tradition erregte?Calvin hatte mit frecher Stirne behauptet, unsere Ceremonien bei derTaufe, der letzten Oelung, der Messe und der Kommunion könntendurch keine Beispiele aus den ersten Zeiten der Kirche belegt werden.Man muß sich selbst überzeugen von der demüthigenden Uebermacht,mit welcher Baudouin den Genfer Reformator durch wissenschaftlicheBelege schlägt! Wir wollen nur einige Zeilen von seiner bewun-derungswürdigen Beweisführung ausheben.

Calvin hatte über die Formel:ndrormntio 8nt3nn6" gespottet,deren Latein ihn bis zum Weinen lachen machte.

Lache nicht so sehr," sagt Baudouin zu ihm,es ist dieß einAusdruck dessen sich die römischen Rechtsgelehrten sehr häufig bedienen:auf allen Seiten kannst du in ihren Schriften finden:konuntiarospollsglibu» vel Iiuptiis;" in den Pandecten:konuueistn gsllnitaü."Dieser alten Formel haben sich auch die Christen bei der Taufe be-dient, um die Sclaverei des Satans zu verwerfen, in welche uns dieErbsünde gebracht hatte. Dein Freund Bucer hat diesen Ausdruckbeibehalten. Der heilige Ambrosius sagt in seiner Erklärung der Stelledes heiligen Apostels Paulus (II. all. 6oI.) in Bezug auf die Taufe,der Apostel ermahne uns hier, daß wir dem Satan und seinem An-hänge fortwährend entsagen sollen. Und es ist keinem Zweifel unter-worfen, daß er auf eine Sprachformel anspiele, welche zur Zeit derApostel im Gebrauche war."