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nahmen, deren Ausübung sie unter denselben Verhältnissen denKatholiken weigerten. Noch weiter gingen sie dann: sie zogenauch nach dem Frieden noch immer Abteien und Klöster ein,worüber sie sich durch ihre größere Macht oder durch ihreSchutzherrlichkeit Gewalt anmaßen konnten, welche aber zur Zeitdes Friedens noch in ihrem Bestände gewesen waren. Ueberden Frieden hinaus verschlangen sie noch zwei Erzstifter undzwölf Hochstiftcr, und nahmen für protestantische Fürstensöhnc,welche der Festsetzung des Friedens entgegen zum Besitze solcherStifter gelangt waren, auf dem Reichstage Anerkennung undStimmrecht in Anspruch wie für ganz rechtmäßige Bischöfe. Sowar z. B. Herzog Heinrich Julius von Braunschweig Bischofvon Halberstadt, blieb es auch und nahm alle bischöflichen Rechtefür sich in Anspruch als lutherischer regierender Herzog vonBraunschweig; sein Bruder, Bischof Philipp Siegmund vonWerden und Osnabrück, behauptete sich auch nach seinem Ueber-iritt zur lutherischen Kirche noch in seinen bischöflichen Rechten.Hätte aber ein katholischer Stand oder Bischof es gewagt, einvor dem Frieden eingegangenes Kloster wieder mit Gewalt fürdie katholische Kirche in Besitz zu nehmen, dann würde das ganzeprotestantische Deutschland in Aufruhr gerathen sein. Bei sol-chen Erscheinungen konnte es wenig auffallen, daß in der ganzkatholischen Stadt Essen, einer katholischen Stadt unter einerkatholischen Fürstäbtissin, die Reformation eingeführt wurde.Bekannt wurden in Essen die neuen Grundsätze durch einen We-ber, Georg Teuber, welcher zugleich den Schulmeister machte.Dieser ließ die Kinder pulher's deutsche Gesänge auswendiglernen, um sie auch zu Hause den Eltern vorsagen zu könnenManche Eltern gewannen auf solche Weise die deutschen Gesängelieb, und es entstand bei ihnen der Wunsch, diese Gesänge inder Kirche eingeführt zu sehen. Der Clerus sträubte sich dage-gen. Nun nahm sich der Magistrat der Sache an unv decretüle1561 ohne Weiteres, daß in der Hauptkirche, der Gerlrudio-kirche, deutsche Nedcr eingeführt werden sollten. Aber der Pa-