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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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In der Grafschaft war für die Verbreitung des reformir-ten Bekenntnisses der brandenburgische Schutz von der größtenWichtigkeit. Hierdurch vermochten die Neformirten sich an meh-reu Orten, wie in Unna, Lünen, Heren, Altena, Fröndenberg,Mark, das ihnen bis dabin versagte Erercitium zu verschaffen;an andern Orten konnten sie ganz neue Gemeinden gründen: soin Schwerte, Wellinghofen, Bruch-Hattingen, Bochum,-nigsstehle, Reck, Schwelm; an andern Orten konnten sie sieg-reich aus dem Kampfe mit den Lutheranern hervorgehen und dieseentweder gänzlich aus den bis dahin besessenen Kirchen verdrän-gen, oder ihnen doch das Zugeftändniß des Simultaneums ab-nöthigen: so in Bönen, Werdohl, Westhofen, Syburg, Rhynern, Hcr-ringen, Drechen, Flirich, Uentrop, Lütgendortmund, Freiheit Wetter,Plettenberg, Gevelsberg. In Soest hatte vor 1630 der bran-denburgische Oberst von Genth für seine Soldaten, durch einenreformirten Fcldprediger und einen andern Geistlichen, Christ.Dibbäus, bis zu seinem Abzüge 163 l reform. Gottesdienst hal-ten lassen. Die dadurch für vas reformirte Bekenntnis? gewon-nenen Bürger wünschten darauf auch ferner ihr Erercitium fort-setzen zu dürfen, was der Rath jedoch zu hindern suchte. Erschrieb deßhalb an den Chursürsten von Brandenburg den 17.März 1632:Er möge Alles in statu <^no lassen bis zu ein-helliger Erklärung gemeiner Landstände und bis die Religion imröm. Reich überhaupt auf einen beständigen Fuß gebracht seinwürde. Die Reformirten besaßen seitdem auch wirklich nur -einPrivaterercitium, bis ihnen Friedrich Wilhelm am 19. November1662 öffentlicher Cultus verlieh.')

Die Kirchen dieser ganzen Provinz checkten sich in vier Clas-sen: 1) Classe Hamm mit: Hamm, Bönen, Hilbeck, Uentrop,Soest, Pelkum, Rhynern, Flirich, Drechen, Herringen, Mark; 2)Classe Unna-Camen mit; Unna, Camen, Lünen, Heren, Wickede,Reck, Fröndenberg; 3) Classe Ruhr mit: Bochum, Schwerte,Westhofen und Syberg, Schwelm, Gevelsberg, Bladenhorst,

I) Jakobson Bd. 3, T. 179,