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Früchte dieser Zwietracht za erbeuten. Aber bevor noch Schwe-den zu solcher Höhe und Macht gestiegen, welche für Frankreichzu groß und gefährlich geschienen hätte, hemmte das Kriegsgc-schick selbst durch den Tod Gustav Adolph'S diese aufstrebendeMacht in ihrem raschen Lauf, und ließ langsam den SternSchwedens niedersinken. Für Deutschland hatte das AuftretenSchwedens die Bedeutung und den Einfluß, daß auch dieseMacht ihren guten Theil beigetragen hat, um Deutschland im-mer schwächer und unglücklicher zu machen. Wie in politischerBeziehung Schwedens Einfluß und Wirken für DeutschlandsEinheit unheilvoll war, so hatten auch in ihrem socialen undhäuslichen Glück und Wohl die einzelnen Reichsbürger von die-sen ihren sogenannten Rettern und Befreiern in gleicher WeiseUnbilden, Verheerungen und Grausamkeiten zu beklagen wie auchvon den übrigen fremden Kriegshorden. Mag man auch dasLöblichste von der guten Mannszucht, Frömmigkeit und Mensch-lichkeit in dem schwedischen Heere lesen, so zeigen sich doch beigenauer Untersuchung auch bei den Schweden dieselben Kricgö-frevel wie bei den übrigen Truppen. Als einziges und bewei-sendes Beispiel braucht blos angegeben zu werden das abscheu-liche Kunststück, die Menschen durch Eingießung von Mistsauchezum Geständniß zu bewegen, wo sie ihre Habe verborgen hät-ten. Der Name Schwedentrunk erinnert noch an diese Humani-tät der schwedischen Glaubensretter.
Wie alle fremden Eindringlinge, Holländer, Engländer,Franzosen, Schweden und Spanier über den größten TheilDeutschlands unsägliches Elend gebracht haben, so ließen sie auchin unsrcr Gegend die schmerzlichsten Spuren ihres verderblichenStrebens und Wirkens zurück. Auch nach dem oben angegebe-nen Vergleich vom 10. Mai 1624 wollten weder die niederlän-dischen noch die spanischen Truppen die Michschen Erbländer ver-lassen. Brandenburg wie Neuburg wünschten sehnlichst, daß diefremden Truppen ihre Gebiete verließen, aber diese zogen nichtab. Sie behauptete» zwar noch immer zur Wahrung der Inte-