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Union wurde zur Unterstützung der katholischen Sache in Mün-chen unter dem Schutze des Herzogs Marimilian von Baiernein ähnlicher Bund wie die Union, die heil. Liga, geschlossen.Mitglieder waren die süddeutschen Bischöfe uno die drei geistli-chen Churfürsten. Aber auch die Katholiken standen an Mangel an Patriotismus ihren protestantischen Neichsgenossen nichtnach: wie die Protestanten sich nicht scheuten mit den Franzosen inBund zu treten, so die Katholiken nicht, die Spanier um Hülfeanzurufen. Außerhalb dieser Bündnisse standen einstweilen nochdie ursprünglichen Häupter der beiden kirchlichen Gegenparteien,der Kaiser und der Churfürst von Sachsen: sener, weil manihn persönlich noch in keiner Weise als kräftiges Haupt der ka-tholischen Partei hatte kennen lernen und weil man keine Lustverspürte einen Kaiser zum Bundesobersten zu wählen, der sichso wenig um die deutschen Verhältnisse kümmerte, (wenn manihn mit in den Bund hineingezogen hätte, würde man ihn auchwohl zum Bundesobersten haben wählen müssen.) Der Chur-fürst von Sachsen betheiligte sich nicht daran, weil er es mitdem Kaiser nicht verderben wollte, sondern an ibm eine kräftigeStütze zu haben hoffte, wenn die verwandte ernestinische Linierächend gegen ibn austreten würde wegen des an ihrem Stamm-vater verübten Raubes; anderntheils weil er keine Lust bezeigtemit dem calvinischen Pfälzer gemeinsame Sache zu machen. Nichtlange und es standen Chursachsen und nach seinem BeispieleHessen-Darmstadt, aus Eifersucht gegen die verwandte Nebenli-nie Hessen-Cassel, ganz auf Seiten des Kaisers und der Katho-liken. Also standen im Anfange des ssebenzehnten Jahrbundertsdie Sachen in Deutschland; alle Verhältnisse waren in der größ-ten Spannung. Merkwürdig kreuzten sich die religiösen und po-litischen Interessen: Religionshaß, politische Eifersucht und Fa-milienzwist mit einander im Vereine batten Bündnisse hervorge-rufen, woran vor wenigen Jahren wohl Niemand gedacht hätte.Daß Lutheraner mit Calvinern vereint gegen Katholiken mitLutheranern im Bunde sich gegen einander stellen würden, um