Stadtgebiete, der sogenannten soester Börde, verließen ihreStellen. Nun ordnete Groppel unter Beihiilfe des katholischenGeistlichen Johann Kritius, welcher später Weihbischof in Mün-ster wurde, die kirchlichen Angelegenheiten ganz nach dem Inte-rim. Er setzte an der ausgewiesenen Prediger Stellen katholischePriester, welche er aus Köln mitgebracht hatte oder daher kom-men ließ, führte die alten Kirchengebräuche wieder ein, suchtedie aus den Kirchen geworfenen Gemälde und Bilder wiederhervor und gab ihnen ihre alten Stellen wieder. Er selbst vcr-theidigte in verschiedenen Predigten, die er namentlich in derStiftskirche hielt, seine Anordnungen. Zu denen, welche sichnicht belehren lassen wollten, sprach er mit Ernst, „also wollees kaiserliche Majestät, der Fürst und Herr von Cleve und erselbst als Propst und Archidiakon." Diejenigen, welchen es umdie Wahrheit und um Belehrung Ernst war, die lud er zu güt-licher Besprechung zu sich ein, versprach, sie des Jrrthums zuüberführen, eines Bessern zu belehren, und bot überhaupt jedesMittel auf, um die ganze Stadt für den alten Glauben wiederzu gewinnen.')
Für eine kurze Zeit erfreute sich Gropper des glänzendstenSieges. Aber bald erhoben die Protestanten wieder kühn ihrHaupt. Sie wollten nicht länger in geheimen Konventikeln ih-ren Gottesdienst Pflegen, und beriefen 1551 den evangelischenGeistlichen Walter von Rolwpck aus Wesel und übergaben ihmdie Kapelle St. Nikolai zum öffentlichen Gottesdienst. Im fol-genden Jahre nahmen die Protestanten auch noch die Kirchenzur h. Maria und zum h. Paulus in Besitz. Nach dem TodeRolwpck's, September 1553, kam Erasmus Wygenhorst ausLemgo an seine Stelle. Diesem versagte aber der Herzog dieBestätigung, und schickte an seiner Statt den Fried. Lemme, um„Gottes Wort lauter und rein zu predigen und das h. Mahl
l) II-u»oIi»!mii, p. 11.18. ff. Scilig, B, K. 4, i>. 25. v. Zeckcnitni-e.I. III. §. 25. M