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Im Juni 1S43 sandte der Herzog die neue kaiserliche Re-ligionsordnung nach Wesel mit der Weisung, dieselbe in allenKirchen einzuführen. Wilhelm wußte, daß Wcsel dem Kaiserals eine protestantische Stadt bekannt war, und er mußte fürch-ten, sich dem Unwillen des Kaisers auszusetzen, wenn er nichtdarauf hielt, daß man sich in Wesel wenigstens äußerlich nachdem Interim richte. Trotz der Gegenvorstellungen des Magi-strats mußte es öffentlich verkündet und die ganze Gottesdienst-ordnung darnach umgeändert werden. Mit Eifer und Heftigkeitsprachen dagegen als ein Buch voll päpstlicher Gräucl die altenPrediger Jmann Orienius, Eberhard von Utrecht und die neubinzugerufencn Nikolaus von Herzogenbusch, Anton von Mechclnund Johann HoltH) Da diese sich in keiner Weise darnachrichten wollten, mußten sie auf herzoglichen Befehl ihre Stellenund die Stadt verlassen. Was diese nicht gewollt, das began-ncn und vollbrachten die vom Herzoge gesandten HofpredigcrAnton Baumgärtner und Hermann Schilder; sie führten dasInterim ein. Nach vollendeter Einführung wurden solche Geist-lichen angestellt, welche die Aufrechchaltung dieser Kirchenordnungzu wahren versprachen. Unter ihnen werden genannt Theodorvon Emmerich, Theodor von Geldern und Gottfried Kindern.Sie scheinen übrigens in Betreff der Protestanten dieselben freienGesinnungen gehegt zu haben wie der Herzog, denn sie zeigten,daß ihnen wenig darum zu thun war, dem Interim alleinigeGeltung in der Stadt zu verschaffen, und sie ließen es ruhiggeschehen, daß noch neben der Neligionsübung nach der Formdes Interims Thomas Plateanus, genannt Messemacher, und ei»gewisser Giesebert die protestantische Lehre predigten und in ge-heimen Versammlungen den Gottesdienst nach den Grundsätzender augsburgischen Confession abhielten. So erhielt sich hicr-selbst das protestantische Bckenntniß, und darum konnte es ge-schehen, daß nach Aufhebung des Interims so schnell die Bür-gerschaft beim Herzoge um die Erlaubniß einkam, das Abendmahl
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