Köln, Er war das Haupt dcr ganzen Verwaltung, und ihmstand die höchste Gerichtsbarkeit zu. Er theilte nach unten hinseine Verwaltungs- und Jurisdictionsrechte mit den Archidiakoncnund Dechantcn. Die ganze Erzdiöcesc war cingetheilt in vierArchidiakonate, welche waren die von Bonn, Köln, Xanten undNSoest. Diese zusammen umfaßten nach einem alten Verzeichnisseaus dem 14. Jahrhundert zwciundzwanzig Dccanatc mit 875Pfarreien. Zum Archidiakonate Bonn, wovon dcr sczeitigcPropst des Cassiusstiftes in Bonn Archidiakon war, gehörten dcraargaucr, eifeler, zülpicher und siegburgcr Decanat. 2) ZumBezirk des Archidiakons von Köln, welcher immer der kölnerDompropst war, gehörten dcr sülichcr, dcr berghcimcr, der neuster,dcr wattenscheider, dcr deutzer, der attcndorner, dcr dortmunder,dcr mcdcbacher, dcr mcschedcr und der wormbacher Decanat.Zum rantener Archidiakonal, unter dem Propst von Xanten,gehörten der duisburger, rantener, süchtelener, nymwcgcner undstralener oder gelderncr Decanat. Der Archidiakon von Soest,der zeitige Propst des Stiftes in Soest, hatte unter sich liePfarreien und Kirchen des soester DecanatcS, welcher die soestcrBörde und einen Thcil deS Herzogthums Westphalcn begriff.Allmählich hatten in einzelnen Dccanatcn einzelne Prälaten durchUsurpation oder Privilegien und Exemtionen die Archidiakonal-gcwalt den eigentlichen Archidiakoncn zu entziehen und solche sichselbst zuzueignen gewußt. Solche Prälaten hießen arel-rsiiaann!ininoi-es, im Gegensatz zu den genannten vier mainros. Sohatte sich im zülpichcr Decanat, welcher getheilt war in den zül-picher und östlingcr oder malmcdper Distrikt, der Dcchant dcrChristianität Zülpich die Archidiakonalgewalt im östlingcr Distriktzu verschaffen gewußt. Doch waren diese Rechte durch den
1) Binterim und Mooren, die alte und neue Erzdiöcesc Köln, Bd. I,Vorbeeicht, S. 2 u, a.
2) Binterim, S i.M u. a,; Eichbeff, Beschreibung des Erzstists Köln;Ilarr.iiolm, Iiid.t!»!,, li,
ej) Vintcrim, Bd. l S M5.
4) Binterim, I IM : Ilarriinii» >>,!>,