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Hessisches Kochbuch
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324
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Nützliches Allerlei.

940. Weißer Lacksirniß.

Man schüttet 8 Unzen gestoßenen Sandrach, nebst 2 Unzenvenetianischen Terpentin und 32 Unzen höchst rectisizirten Wein-geist zusammen in eine Flasche, stellt solche 8 Tage lang miteiner Blase zugebunden, in welche man eine Stecknadel sticht,an einen warmen Ort, etwa in Sand auf den Ofen, oder andie Sonne, und schüttelt es oft um. Wenn alles aufgelöst ist,läßt man es ruhig stehen, bis es hell geworden, dann gießt mandas Klare in eine andere Flasche ab und verwahrt sie gut.

941. Firniß, um Oelgemälde zu überziehen.

Ist das Gemälde mittelst eines in warmes Wasser getauchtenSchwammes von allem Staub und sonstigen Unreinigkeiten befreit,so stellt man es entweder in die warme Sonne oder in die Näheeines Ofens, damit es warm werde; eben fo erwärmt man auchrecht reinen Mastixfirniß, den man in der Apotheke bekommt, undüberstreicht, wenn beides warm ist, das Bild mit einem sehrbreiten, flachen Pinsel, wobei sich kleine Blasen anfänglich bilden,die sich aber durch das Hin- und Herstreichen wieder verlieren.Wohl zu bemerken ist aber, daß das Bild bei diesem Ueberstreichenmit Firniß recht waagerecht liegen und mehrere Tage nachher vorallem Staub sorgfältigst geschützt werden muß.

942. Glaspapier zum Durchzeichnen.

Man trägt ans möglichst feines PostPapier mittelst einesziemlich großen Pinsels, so viel Dammarfirniß auf, daß dasselbevöllig durchsichtig erscheint, ohne daß jedoch Flüssigkeit daraufbemerkbar ist. Hieraus hängt man es zum Trocknen auf. Mankann dann mit Kreide, Bleistift oder Stahlfeder darauf zeichnen.

943. Wachspapier zum Zubinden der Gläser ze. statt der Blase.

Zwei Personen halten einen Bogen starkes Papier überglühende Kohlen oder einen heißen Heerdt, doch so, daß er nichtbrennt, eine dritte bestreicht ihn dann mit geschmolzenem Wachsmöglichst gleichmäßig.