192
Milch- und Mehlspeisen.
größeren Gefäß mit kochendem Wasser einmal auskochen. Alsdannnimmt man etwa die Hälfte der auf diese Art entstandenen ge-ronnenen Masse mit dem Schaumlöffel heraus, giebt sie in diedurchlöcherte Form, streut Zucker, und wenn man will, etwasgewaschene und auf einem warm liegenden Deckel von Blech gutaufgequellte Corinthen darüber, und thut sodann die übrige Käse-matte darauf. So lasse man es einige Stunden stehen, damit esgehörig ablaufe, stülpe es dann auf eine Schüssel, und gebe einekalte Milchsauce mit Vanille oder dergleichen oder eine rothe Wein-oder Geleesauce dabei.
348. Sächsischer Kindchens-Brei.
Man nimmt 3 gnte gestrichene Eßlöffel voll von recht gutemseinem Mehl und 1 Stich recht frischer 'Butter, schwitzt beideszusammen recht gahr, und gießt dann nnter beständigem Rührennach und nach so viel heiße, beinahe kochende Milch dazu, alserforderlich ist, um einen gehörig dicken Brei zu bekommen, wozuohngefähr 1 Maas nöthig fein wird. Während dem läßt man esaber beständig auf gelindem Fener kochen. Ist er gahr, was inetwa Stunde der Fall ist, so mischt man den nöthigen
Zucker darunter und giebt ihn auf die Schüssel. Die Casserollehingegen, worin er gekocht worden, und worin etwas hängen ge-blieben, setzt man noch einmal aufs Feuer, damit es braun an-hängt, doch darf es nicht brennen. Hierauf nimmt man einensilbernen Löffel, kratzt das Angehangne in möglichst langen undgleichen Streifen vom Boden der Casserolle los, und belegt nachBelieben den Brei so damit, daß die braune Seite derselben nachoben zu liegen kommt.
349. Andere Art.
1 Schoppen Milch kocht man mit eben so viel Mehl zu einemBrei, läßt ihn dann erkalten, rührt ^ Pfd. Butter zu Schmand,schlägt nach und nach 12 Eigelb darunter, thut dann den BreiLöffelweise dazu, rührt es tüchtig untereinader, mischt noch z Pfd.gestoßncn Zucker, ^ Pfd. feingestoßne Mandeln und die abgeriebene