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Kosten der Selbständigkeit der Genossenschaften. Die Preisgabe derSelbständigkeit bringt aber wiederum. die Genossenschaft um jedewirtschaftliche und soziale Bedeutung. Und der Erfolg? BittereKlagen in der Generalversammlung über unzureichende Staatshilfe.
Auch in Württemberg sind die landwirtschaftlichen Genossen-schaften nicht leer ausgegangen. Der Zentralkasse der landwirtschaft-lichen Genossenschaften sind gegen 2 Millionen M. zu 3—31/2% Zinszur Verfügung gestellt; die Kosten der Revision der Genossenschaftenträgt zum großen Teil der Staat. Natürlich ist man mit diesen Sub-ventionen nicht zufrieden, sondern verlangt größere Zuschüsse (Ver-handlungen der Württembergischen Zweiten Kammer, 23. Sitzung am14. Mai 1D07). Mit Recht erwiderte der Minister von Pischeck: „Sosehr ich den Landwirten den billigen Zinsfuß gönne, so sehr ichweiß, wie gerade die Landwirte auf billigen Zinsfuß angewiesen sind,so wenig würde ich es für angebracht ansehen können, wenn jetztweitere Staatsmittel aufgewendet werden sollen, damit die Landwirteihr Kreditbedürfnis zu einem um 2 bis 3 o/o billigeren Zinsfuß sollenbefriedigen können, als andere Sterbliche."
Wie in Württemberg besteht in Baden die Förderung des land-wirtschaftlichen Genossenschaftswesens im wesentlichen in Darlehen,die zu günstigen Zinsbedingungen zur Verfügung gestellt werden.
Im Großherzogtum Hessen ist ein wesentlich anderer Weg ein-geschlagen. Es ist dort eine Aktiengesellschaft mit weitgehenderstaatlicher Unterstützung gegründet; der Gegenstand des Unter-nehmens ist der Betrieb von Geschäften, die zur Hebung der wirt-schaftlichen Lage des Handwerks dienen, insbesondere die Be-schaffung von Arbeitsmaschinen und dergl.
Es muß hervorgehoben werden, daß in der Regel alle dieseFörderungsbestrebungen, insbesondere die in Bayern, eingeleitetwurden mit scharfen Angriffen auf die Schulze-Delitzschschen Ge-nossenschaften, meist politischer Natur. Der Allgemeine Genossen-schaflstag zu Leipzig (1907) hat sich denn auch veranlaßt gesehen,nach einem Referat des Vorsitzenden des Engern Ausschusses desAllgemeinen Verbandes, F. X. Proebst, zu erklären:
„Der Allgemeine Genossenschaftstag der deutschen Erwerbs-und Wirtschaftsgenossenschaften legt ernste Verwahrung ein gegendie immer wiederkehrende Behauptung, die Schulze-DelitzschschenGenossenschaften ständen im Dienste politischer Parteien, würdenzur politischen Agitation benutzt, von politischen Parteien beeinflußt,oder übten selbst irgendwelchen Einfloß auf politische Bestrebungen
Crtiger, Genossenschaftswesen. '