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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
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eine Stütze zu bieten oder die Unternehmungen für die Partei zuagitatorischen Zwecken dienstbar zu machen. Die Frage der staat-lichen Unterstützung der Produktivgenossenschaften hat auch dasPreußische Abgeordnetenhaus beschäftigt, wo Wagener den PlanLassalles, Produktivgenossenschaften mit Staatshilfe zu begründen,veitrat. Wir erwähnten bereits das Eintreten Hubers für die Produk-tivgenossenschaft. Ketteier, der hervorragendste Sozialpolitiker derkatholischen Kirche, trat für Produktivassoziationen auf christlicherGrundlage ein (Flaxl, S. 149); er verwarf das Lassallesche Systemals einen Eingriff in das Eigentumsrecht und glaubte, daß die wahreFörderung der Produktivassoziationen allein durch Mittel erfolgenkönnte, die eben nur dem Christentum zu Gebote stehen.

Schulze-Delitzsch gab nicht das Losungswort für die Arbeiteraus, Produktivgenossenschaften zu gründen, er verlangte vielmehrvorsichtiges Vorgehen, schon weil es an den nötigen Erfahrungenmangelte. Und wie recht er damit gehabt, beweist das Schicksalder Produktivgenossenschaften (vgl. Häntschke). Auch die Kom-mission, die im Jahre 1865 über die Frage: „Was kann geschehen,um die auf Selbsthilfe beruhenden Genossenschaften zu fördern?"tagte, hat sich mit der Produktivgenossenschaft beschäftigt, undder Minister v. Itzenplitz bezeichnete sie „als die Blüte des ganzenGenossenschaftswesens", fügte aber auch gleich hinzu, daß es dieschwierigste Genossenschaftsart sei, „denn sie setze voraus, daß dieTeilnehmer nicht bloß die nötige Technik und Fertigkeit haben, umdie Erzeugnisse zu fabrizieren, sondern auch ein gewisses Kapitalvor allem, wenn sie die Eigenschaften besitzen, welche erforder-lich sind, um die kaufmännische Leitung des Geschäftes zu be-sorgen, Eigenschaften, welche vielfach bei jungen Vereinen nochnicht vorhanden sind und im Laufe der Zeit oft erst mit schwerenErfahrungen erworben werden.

•• Lassalle gelang es, Bismarck für seine Pläne zu interessieren.Unter Leitung des sozialdemokratischen Agitators Florian Paulwurde in Reichenbach i./Schl. eine Weberproduktivgenossenschaftgegründet, die aus einem besonderen Fonds 12 000 Taler erhielt.Schon im August 1865 mußte die Produktivgenossenschaft unterVerlust des größten Teils des vom Könige gespendeten Geldes ihreTätigkeit einstellen. ,

Man wird Bornstein (Genossenschafts-Pionier, 1902, S. 119)recht geben müssen, wenn er ausführt: „Noch lange Zeit späterhat die Forderung der Assoziationswerkstätten, der Produktiv-genossenschaften im Vordergrund gestanden. Indes entspricht diesesIdeal der Produktivgenossenschaften in dem Sinne, wie es 1848 und

Crüger, Genossenschaftswesen. 5