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Grundriss des deutschen Genossenschaftswesens
Entstehung
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der Maschinen. Mit Hilfe der Genossenschaft vereinigen sich eineAnzahl Landwirte zur gemeinschaftlichen Beschaffung dei Maschine,die dann nach einem vereinbarten Turnus den Mitgliedern zurVerfügung gestellt wird. Die Viehzuchtgenossenschaft ermöglicht denbeteiligten Landwirten, gute Zuchttiere zu halten und dadurch aufdie Verbesserung der Viehzucht hinzuwirken. Wir haben es hier mitden denkbar einfachsten Formen der genossenschaftlichen Organisa-tion zu tun, und oftmals wird es sogar überflüssig sein, die Form dereingetragenen Genossenschaft zu wählen, sondern es genügt dieForm der Gesellschaft nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch.

Produktivgenossenschaften. Ihnen liegt eine ganz be-sondere Bedeutung ob. Sie dienen der Verwertung der Nebenprodukte;vor allem kommt hierbei die Milch in Betracht; und der genossen-schaftlichen Organisation ist es im wesentlichen zuzuschreiben, daßdie Milchprodukte der deutschen Landwirtschaft den besten gleich-gestellt werden. Besonders zu erwähnen ist auch der Einfluß dieserGenossenschaften auf den Viehbestand, denn ein gutes Milchprodukterfordert gutes Milchvieh. Die Molkereigenossenschaften sind vongrößter Bedeutung für die Verbesserung des Milchviehes geworden.In diese Rubrik gehören die von den Molkereigenossenschaften ge-bildeten Butterverkaufsgenossenschaften, die zum Teil zur Erweite-rung des Absatzgebietes nicht unwesentlich beigetragen haben. Nichtnur mit der Verwertung der Milchprodukte hat man es versucht,sondern auch die Verwertung von Fleisch, Obst usw. ist in die ge-nossenschaftliche Tätigkeit einbezogen. Allerdings mit zum Teilsehrzweifelhaften Erfolgen. Bisher hat auf dem Gebiet der Fleischverwer-tung die Genossenschaft fast vollständig versagt. Auch der produktiv-genossenschaftlichen Verwertung des Obstes und der Eier habensich große Schwierigkeiten entgegengestellt. Es hat sich gezeigt, daßnicht überall die genossenschaftliche Verwertung lohnend wird. Vorallem steht in erster Reihe zu prüfen, ob sich nicht für den Land-wirt eine Verwertung des Urproduktes, wenn der Ausdruck hierstatthaft ist, lohnender gestaltet als die Verwertung des hieraushergestellten Produktes. So ist es sehr wohl denkbar, daß, dasSchlachtvieh sich leichter und günstiger verwerten läßt als das aus-geschlachtete Fleisch. Andererseits bei der Verwertung des Obstesist wieder die Vorfrage, ob entsprechendes Material für nutzbringendeVerwertung vorhanden ist. Es muß das Material an und für sichschon hierfür geeignet sein, und es muß ferner aber auch Lieferungdes Materials in genügend großen Quantitäten gesichert sein. Wo esan rationellem Obstbau fehlt, wird auch noch nicht der Boden fürgenossenschaftliche Verwertung des vorhandenen Obstes gegeben sein.